Mittwoch, 25. Februar 2015

Nähbloggerteffen im Februar

Wie versprochen wird jetzt zeitnah das letzte Nähbloggertreffen verbloggt:

Dank Dani Ela, die mich ganz kurzfristig mit ihrem schnuckeligen Flitzer, abholte, ging es samt Nähmaschine und bereits zuegschnittenem Projekt ins Immergrün. Diese nette Gartensparten-Kneipe war überraschend heimelig und das Essen war ziemlich üppig und lecker. Die Wirte waren total nett und wir hatten viel Platz zur Verfügung zum Nähen. Ich bekam sogar meine eigene Verlängerung, weil ich die so auf die Schnelle vergessen hatte.
Leider konnte ich diesmal gar nicht mit allen reden, bei einigen blieb es so bei einem kurzen Hallo oder dem Bestaunen des werdenden Nähwerks. Hauptsächlich habe ich mit Danie Ela gequatscht und mich beim Essen mit Sophie ausgetauscht. Ist schon Wahnsinn, wie Sophies Bäuchlein wächst. Ich bin total gespannt, wie das kleine Mäuschen dann aussehen wird, wenn es im Juli zur Welt kommt. Da komm' ich gleich ins schwärmen. Babys sind ja so winzig und sooooo toll...
Da ich die Kamera diesmal gar nicht dabei hatte, habe ich lediglich meine Püppis fotografiert, als ich zu Hause ankam. Lustigerweise fand' meine Große die kleine Püppi viel besser als die größere. Da die Kleine ein ausgesprochener Ja-Sager ist, durfte sie dann auch mit ihr "tauschen". Die Mini versteht das sowieso noch nicht und freut sich generell, wenn sie die Puppen, die wir besitzen betütteln kann.

Die Püppis gab es als Stoffbogen bei Revoluzzza, den Igel gab es als Gratisdreingabe. Den kleinen Stachelfreund wird der SOhn einer lieben Freundin bald bekommen.

Montag, 23. Februar 2015

Die Sache mit der Treppe...

Eigentlich wollte ich euch erstmal berichten, wie ich das Februar-Nähblogger-Treffen fand (nämlich ganz wunderbar!), allerdings schiebe ich aktuellem Anlass mal ein, wie es mir so geht.
Gestern Abend bis ich nämlich die Treppe runtergestürzt. Es waren zwar nur zwei Stufen, die ich quasi ins Leere fiel, allerdings blieben die nicht ohne Folgen.
Nach einer halben Stunde Kühlen und Hochlegen konnte ich nur unter Schmerzen laufen. Dann ging ich 0:30 Uhr endlich ins Bett, nur um 3:30 Uhr wieder aufzuwachen mit höllischen Fußschmerzen. Ich konnte den Fuß nichtmal ablegen geschweige denn laufen damit. Trotzdem schleppte ich mich über den Flur ins Bad, das waren vielleicht 5 Meter, und guckte mir den Treter genauer an. Leicht blau und geschwollen war er, sah aber eigentlich nicht besonders schlimm aus.
Entgegen meiner sonstigen Tablettenabstinenz nahm ich eine Ibu und versuchte dann noch etwas zu schlafen, nachdem ich mich die selben 5 Meter zurück ins Schlafzimmer gezerrt hatte.
Natürlich habe ich debi das Kleinchen geweckt, sie schläft ja noch bei uns mit ihren 15 Monaten. Da sie Schnupfen und daraus resultierenden Husten hat, was dann noch durch nächtliches Heulen schön angekurbelt wurde, war das für alle erstmal das Ende des angenehmen Tiefschlafs. Zum Glück hat die Große im Zimmer unten nichts mitbekommen. Puh!
Mein Mann war dann echt mein Held: Er hat mich getröstet, weil ich vor Schmerzen geheult habe, die Kleine mit Tee, Naseschnauben und Kuscheln wieder eingelullt und zum Schlafen gebracht, dass auch wir Großen etwas runterfahren konnten. Gleichzeitg entwickelte er einen Schlachtplan für die Heilung des Mamifußes.



Heute früh wurde der dann umgesetzt: Kiddies in die Einrichtugen fahren, mich zum Unfallchirurgen. Er hätte sogar für mich in der Schlange gewartet, die sich mindestens 10 Meter lang vor dem Anmeldetresen in den Flur zog. Er ist so lieb! <3 nbsp="" p="">Aber im Stehen konnte ich die 70 Minuten bis zur Anmeldung zum Glück ganz gut verkraften, indem ich mich an eine Wand lehnte. Mein Göttergatte war da bereits auf ARbeit und verdiente fleißig unsere Brötchen.
Nach einer weiteren Stunde Warten guckte sich dann der Arzt den Fuß an, schrieb eine Überweisung und Krücken bekam ich auch. Damit Humpelte ich dann zum Bus, der zum Glück direkt zum Schillerplatz fährt. Da ist nämlich das Ärztehaus mit Röntgenpraxis (da wäre auch ein Chirurg gewesen im Übrigen...). Dummerweise hatte ich gerade die Mittagspause abgepasst und musste warten. Zum Glück war die eine Mitarbeieterin so nett, mich dann etwas eher dran zu nehmen. Die Bilder bekam ich auf CD mit.
Dann fuhr ich wieder nach Seidnitz, humpelte ins Gesundheitszentrum und dort war das Wartezimmer komplett voll mit Leuten - trotz Mittagspause. Wieder wollten sich gefühlte hundert Mann anmelden für die Nachmittagssprechstunde. Dass ich schonmal da gewesen war, zählte auch nix.
Naja, wenigstens hatte ich einen Sitzplatz und musste nicht stehen wie ein paar Nachzügler, die dann und wann in die Praxis kleckerten, manchmal einzeln, manchmal im Rudel.
Schließlich war ich dran. Knochen sind komplett okay, aber Sprunggelenk und Mittelfuß sind gestaucht und verdreht. Deshalb bin ich jetzt ein paar Tage auf Krücken, zwei Wochen darf ich nicht in die Schule und sechs Wochen muss ich eine Orthese tragen. Falls ich danach schmerzfrei bin, ist dann alles gut. Ich hoffe es ist so.
Mich ärgert es trotzdem, dass ich jetzt erstmal außer Gefecht bin. Mein Mann muss zumindest ein paar Tage alle Hol- und Bringedienste allein bestreiten, was bei zwei Kitas echt schlaucht und Minusstunden generiert, Ist halt Mist, wenn man vor Ort so gar keine Familie hat, aber ändern kann man das leider nicht.
Vielleicht komme ich jetzt mal wieder zum Bloggen *lach* denn Putzen und Wohnung umräumen kann ich mir erstmal schenken. Es wäre zwar echt nötig, weil wir noch immer ein paar Ecken in der Wohnung haben, die absolute Interimslösungen darstellen bzw. die auch mal wieder mehr Ordnung und Sauberkeit vertragen könnten, aber naja...
Hoffentlich bleibt euch so ein Missgeschick erspart. In diesem Sinne, euch alles Liebe!

Freitag, 20. Februar 2015

Pumpfhose aus Dalapferdjersey

 Nachdem ich das Probeexemplar für meine Maus genäht hatte, ging es sofort ans Werk: Für den Sohn meiner Bettschwester gab es das gleiche Modell, allerdings aus anderem Stoff, nämlich dem hübschen Dalapferdjersey aus der Kleckerbar, den wir dort gemeinsam ausgesucht hatten.

Das ihr Bub und meine Maus nicht nur am selben Tag geboren, sondern auch wirklich wirklich schmal gebaut sind, konnte ich die Problemaße einwandfrei übernehmen, so dass die Hose weder zu groß noch zu klein ausfallen konnte. Juhu!

Allerdings habe ich mich wirklich geärgert über die Bündchen. Schon bei der gelben Hose habe ich Ware aus dem Karstand vernäht und hatte damit keinerlei Probleme. Das weinrote Bündchen war aber bei Weitem nicht so superlabbrig wie das schwarze, dass beim Annähen an die Hose mit den Pferdchen sogar noch mehr ausleierte. Grau-en-voll!

Kurzerhand trennte ich also zum ersten Mal in meinem Leben eine Ovinaht aus, denn abschneiden wollte ich das Bündchen nicht, dafür war mit der Jersey viel zu schade. Also frickelte ich ein Wenig herum, bis der Labberbund wieder ab war, kürzte ihn ordnetlich ein und nähte ihn erneut fest.

Das klappt zum Glück sehr gut, so dass das Höschen nun doch am Kind bleibt und nicht über die Stoffi zu Boden gleiten muss.

Kurzzeitig hatte ich mal geschaut, ob ich einen Gummi in den Bund einziehe, weil ich echt Angst vorm Abtrennen des Bündchens hatte. Probehalber habe ich dann nur ein Stückchen Naht aufgemacht und das Ganze getestet. Allerding sah das erstens echt blöd aus und zweitens ging das Auftrennen dann doch so einfach, dass ich es einigermaßen gut abbekommen und enger gemacht habe.

Als Zugabe hab ich dann noch fix aus einem Jerseyrest in Schokobraun und einem Rest Dalapferdestoff ein halstuch gebastelt, dass das Outfit komplettiert.





Sonntag, 15. Februar 2015

Fasching die Vierte: Blumenfee in pink - Teil 3: Flügel- und Kranzverschönerung

Hier kommen jetzt in Teil 3 wie angekündigt die verschönerten Kaufkomponenten, der Kranz und die Flügel. Beides ist von der Firma "Great Pretenders", von der wir schon ein paar tetxtile Schmetterlingsflügel besitzen.

Sowohl Kranz als auch Flügel kann man online beziehen z. B. bei Amazon. Leider sind die Accessoires nicht gerade billig, was sich aber zum Glück 1:1 auf die Qualität auszuwirken scheint.

Die Flügel sind sehr groß und wertig verarbeitet. Auch der Kranz ist stabil und die Blumen sehen echt schön aus in Natura - auch wenn sie lediglich mit Heißkleber auf dem Reif befestigt sind. Hinten kann man die Weite des Kranzes noch regulieren, indem man die Schleife öffnet und entsprechend an die Kopfgröße wieder schließt. Für kleinere Kinder ist aber erstens zuviel Gebömsel dran und zweitens ist der Kranz für sie auch in der kleinsten Einstellung noch zu weit und zu unflexibel. Naja, macht nix, da die Große ja bereits vier ist und zwar einen relativ kleinen, aber nicht zu kleinen Kopf für das Band hat.


Natürlich musste auch für die Accessoires ein wenig Verschönerung her. Kurzerhand habe ich beide Teile mit blauen Dekoblüten gepimpt, die ich ganz stilecht mit Heißkleber angebracht habe. Zum einen verbindet es so den Kranz farblich mit den Flügelchen, die ja neben Rosatönen auch blaue Anteile haben, zum anderen wirkt der Kranz so auch üppiger und die ziemlich hässliche Organzablume auf der Flügelmitte hinten wird verdeckt. 


Abschließend habe ich noch ein blaues Band durch den Kranzverschluss gefummelt gefädelt und FERTIG!







Samstag, 14. Februar 2015

Fasching die Vierte: Blumenfee in pink - Teil 2: Der Tüllrock

Habe ich schon erwähnt, dass ich abends manchaml echt Matsch in der Birne bin? Nunja, das zeigt sich nicht nur hier im Blog ganz oft (je später der Abend, desto mehr Rechtschreibfehler... hihi), sondern auch daran, dass ich manchmal beim Vermessen von Kind und Stoff echt eine Blockade im Kopf habe. Dazu sage ich nur: Ich wusste schon, warum ich etwas mehr Tüll eingekauft habe!

Die erste Unterrockversion habe ist nämlich durch einen dummen Messfehler vergeigt. Er passt dem Kindchen zwar gut, sieht auch nicht ganz so dumm aus, ist aber dür das Kleid einfach zu schwach auf der Brust. Der Rock vom Manhattan ist sehr weit und braucht dementsprechend viel Stütze. Das hatte ich wohl irgendwie verdrängt, vermutlich weil ich das Raffen so sehr hasse und es wiegesagt schon arg spät war an dem besagten Tag...

Deshalb hier die ganz unkommentierte Version, die es leider nicht ins Finale geschafft hat:



Für die wirklich schöne und sehr brauchbare Variante zwei habe ich dann am Folgetag eine gute Lösung gefunden - ganz ohne Raffen! Sie besteht aus einem Gummibandring und vier Schichten Tüll, die ich zu einem Tellerrock zusammengefügt habe.





In diesem Zusammenhang gibt es also jetzt das versprochene Minitutorial, leider ohne Fotos, da man einzelen Tüllschichte leider ganz ganz schlecht ablichten kann ohne weißen Untergrund.

Deshalb habe ich da mal eine Kleinigkeit vorbereitet. Bitte schön!

Das ist die Kurzfassung zur Beschreibung unten.

Los geht es:

1. Messt die breiteste Stelle der Hüfte, die Taille (wo der Roch dann sitzen soll) und die gewünschte Länge, die der Rock dann haben soll am Kind oder an euch selber, je nachdem.

2. Nun braucht ihr einen großen Bogen Papier. Ich habe dafü mehrere A4-Blätter zusammengeklebt.

3. Ihr errechnet dann die Abstände für die Viertelkreise, die aufgezeichnet werden für das Muster - ohne euch hier mit Mathe quälen zu wollen, empfehle ich euch ein Internettool afür zu nutzen, z. B. dieses hier. Dort gebt ihr einfach den Umfang der Hüfte ein und erhaltet dann die Angabe für den Radius des (Viertel)kreises, der in die obere linke oder rechte Ecke eures Papierbogens gezeichnet wird. Nehmt dazu ein Lineal, legt es an die obere Ecke und markiert euren Radius. Verschiebt das Lineal nach innen, ohne die Ausrichtung an der Ecke zu "verlieren", so entsteht ganz automatisch ein Viertelkreis. Ihr könnt auch einen Zirkel nehmen oder ein Maßband, dass ihr festpinnt.

4. Ausgehend von dieser Linie wird ein zweiter Viertelkreis gezeichnet, der einen Abstand entsprechend der gewünschten Rocklänge hat.

5. Schneidet nun den inneren Viertelkreis und das untere Papierstück unterhalb der zweiten Linie ab. Fertig ist das Schnittmuster.

6. Faltet euren Tüll an einem kurzen Ende nach innen, so dass ihr das Schnittmuster darauf platzieren könnt mit einer der geraden Seiten am Stoffbruch und de runden Seite nach außen. Prüft nun, ob ihre das Schnittmuster entlang der Bruchkante zweimal nebeneinander auf den Tüll bekommt oder nicht, indem ihr entweder den Tüll, der ja durchsichtig ist der Länge lang über das Muster schlagt oder das Muster einfach entlang der Mittelachse auf die andere Stoffseite entlang des Bruchs "spiegelt".

7. Wenn ihr das Schnittmuster so drauf bekommt, hat ihr Platz genug, vollständige Kreise aus dem Tüll zu schneiden. Dazu schneidet ihr einfach den bereits gefalteten Tüll dort ab, wo die kurze Stoffkante jetzt liegt. Danach faltet ihr den doppelt liegenden Stoff erneut und zwar quer zum ersten Stoffbruch. Darauf könnt ihr dann euren Viertelkreis des Schnittmusters legen und den Tüll entlang der Kanten abschneiden. Eine Nahrzugabe müsst ihr nicht hinzufügen.

8. Hab ihr keinen Platz für ganze Kreise, schneit ihr Halbkreise aus. Dazu entfällt die weitere Faltung des Stoffes und ihr legt den Viertelkreis natürlich dann entsprechend so an, dass das Schnittmuster entlang des Bruchs auf den Tüll passt. an den Kanten, die dann zum Kreis zusammen genäht werden, gebt ihr einen Nahtzugabe von 1cm jeweils hinzu. Näht die Halbkreise zu Kreisen, indem ihr einen schmalen Zickzackstich oder die Ovi benutzt.

9. Ihr benötigt je nach Fluffigkeit 4  bis 6 Schichten Tüllkreise. Schichtet diese und ficiert sie so, dann sie möglichst nicht verrutschen können. Markiert dabei gleichzeitig die Kreiviertel. Dabei hilft das Schnittmuster sehr gut.

10. Schneidet einen breiten Gummi zureckt in der Länge, die eurer Taille entspricht plus 2cm Nahtzugabe insgesamt. Näht die kurzen Enden zusammen, so dass ein Ring entsteht und fixiert die auseinandergeklappten Enden dann nochmals mit ein paar Stichen rechts und links der Naht.

11. Markiert euch ebenfalls die Kreiviertel auf dem Gummiringund eckt sie auf die Viertelmarkierungen des Tülls.

12. Näht die Tüllkreise (alle gemeinsam) mit einem Zickzackstich an den Gummi. Dehnt dabei nach und nach die Gummiviertel, nicht aber den Tüll, da dieser sonst reißt. Achtet hierbei, dass Nähte am Tüll später nicht zusehen sind, indem sie entweden beim Wenden des Gummibandes nach innen zeigen oder ihr legt die Bahnen des Tülls von Anfang an so, dass immer zwei Tüllbahnen links auf links liegen, so dass niegends eine Naht exponiert ist.

12. Wendet den Rock bzw. klappt den Ring nach oben, so dass die Naht innen liegt. der Tüll ist jetzt automatisch gerafft und kann noch unten etwas begradigt werden mit der Schere.

Man kann auch als unterste Lage einen farblich passenden Stoff wählen, der dem Rock zusätzliche Blickdichte gibt. Je nachdem aus welchem Material ist, müsst ihr diesen dann gegebenenfalls noch säumen.








Freitag, 13. Februar 2015

Fasching die Vierte: Blumenfee in pink - Teil1: Das Kleid

Dieses Jahr war sich das Großkind schon recht zeitig sicher, dass sie zu Fasching eine Fee sein möchte. Aber eine pinke Fee. Mit Blumen und Flügeln! Die kleine Schwester, sagt sie, soll bitte auch eine Fee werden, aber bitte in orange. Aha.

Was das Kostüm der Großen angeht: Okay, das kriegt Mami hin, kein Problem. Das mit der Minifiee für's Kleinchen aber, das passte in meiner Gedankenwelt so gar nicht - doch dazu mehr in einem anderen Post, den ich jetzt noch nicht schreiben kann, weil ich das Kostümchen noch nicht fertig habe. Hehe.

Flügel und Blumenkranz durfte der Papi schon vor Nähstart bereits  im Internet aussuchen und bestellen. Danach kaufte ich passende Utensilien für den Rest des Kostüms: 3m pinker Faschingssatin und 4 Meter pinker Tüll, etwas Metallicband, ein paar blaue Blüten aus Stoff, pinkrotes Garn und neue Nadeln für die Nähmaschine.

Danach ging es ans Schnippeln: Da ich so dämlich ambitioniert war, das Kleid "Manhatten" aus dem Farbenmisbuch nähen zu wollen, zeichnete ich mir fleißig die Schnitteile A bis K auf, beschriftete sie und übertrug sie auf meinen Satin.

Da ich von Anfang an wusste, dass ich keinen zusätzlichen Stoff für das Futter möchte und der Unterrock zugunsten eines Tüllrocks wegfallen wird, habe ich das Oberteil gleich zweimal zugenschnitten und dann nach diesem Tutorial genäht, da es die Schritte mit Fotos etwas anders aufschlüsselt als das Buch. Im Grunde war das Nähen des Oberteils also recht easy, auch wenn ich ein paar Nähte vergessen habe rechtzeitig abzusteppen, weil ich ja immer abends in Etappen nähe. Fällt aber so gar nicht auf zum Glück bzw. habe ich ein paar Nähte nachträglich abgesteppt, auch wenn man das dann nicht mehr so professionell auf beiden Seiten realisieren kann. Aber wenn es am Futter bissel schief ist, sieht es ja sowieso niemand, also...

Ich habe übrigens die kleinste Größe genäht und bin damit so halb glücklich halb unglücklich. DAs Kleid ist sehr sehr breit, was das Oberteil anbelangt und auch wenn man es auch die ideale Weite einschnürt, fällt das natürlich auf. Es sammelt sich nämlich am Rücken sehr viel Stoff und schlägt Falten. Hätte ich eine Seitenschnürung genäht, hätte es vermutlich recht doof ausgesehen, weil noch weniger Weite rausgenommen werden könnte und die Falten dann seitlich wären. Hinten ist es mir jetzt aber einerlei, da kommen die Flügel hin und gut.
Insgesamt könnte der Rock auch länger sein und das Oberteil ebenfalls. Aber naja, Farbenmix-Schnitte sind eben sehr verschieden und ich bin eben nach Maßtabelle gegangen und wäre mit der 98/104 sicher auch ganz gut gefahren trotz der Weite, denke ich jetzt, wo das Kleid fertig ist. Aber naja... Sollte ich das Modell nochmals nähen, wede ich die kleine Größe einfach verlängern und fertig ist der Lack!


hier noch Version eins mit Matallicbandschlaufen und Band

Die kleinen "Flügelchen" aus dem Schnittmuster fand' ich irgendwie albern und deshalb habe ich sie ganz einfach weggelassen. Sie Träger wirken trotzdem sehr mädchenhaft und sind chic.

das fertige Kleid mit fertigem Unterrock aus Tüll

Schade fand ich, dass sich der Satin schon nach zwei Anproben an einer Stelle aufzulösen begann, so dann ich die Stelle erstmal mit etwas Kleber fixiert habe bis mir eine bessere Lösung einfällt. Dazu eigent sich übrigens Prittstifft sehr gut, da er ungiftig, transparent und auswaschbar ist. Ich hoffe inständig, es hat gereicht, dass ich die Naht dann noch nachträglich abgesteppt habe.

Die zweite Spontanreparatur waren die Schlaufen am Rücken, die sich durch die Beschaffenheit des Metallicbandes einfach in Wohgefallen auflösten beim zweiten Schnüren. Ich habe das irgendwie kommen sehen, als ich sie einnähte, aber im Stress hab ich das irgendwie komplett ausgeblendet, immerhin ist hier schon wieder ein Kind krank und mich hat es auch erwischt. Außerdem ging es an dem Tag auch in der Schule nochmal rund. Mein Gehirn hat sich noch nicht daran gewöhnt, sich dann abends noch anderen Tätigkeiten mit voller Leistung zu widmen, fürchte ich...

mit Metallicband - man sieht sehr gut, dass hier sehr viel Material in der Mitte geraffft ist
mit dm-Satinband - die Maus ist wirklich sehr schlank, was die enge Schnürung beweist

Naja. Zum Glück habe ich ja einen Göttergatten, der mir kurzerhand bei seinem Kurzeinkaufstrip am Wochenende, als ich die Kinderchen bespaßte, eine Rolle Satingeschenkband von dm mitbrachte (Geheimtipp! Kostet vor allem nicht viel.) Davon schnit tich flugs 8 neue Schlaufen, nähte sie am Ende zusammen, nachdem ich die Schnittkanten mit dem Flammenwerfer Feuerzeug verschmolzen hatte, und steppte sie dann unter größter Vorsicht an das Rückenteil. Dabei habe ich an jedem Schlaufenteil ein bissel hin und her genäht, damit die Bändel auch stabil am Stoff fixiert sind und sich ordentlich als Schnürung nutzen lassen.

Insgesamt ist das Kleid glaube ich ganz schön geworden und wird dem Tochterkind zu FAsching einen tollen Auftritt im Kindergarten garantieren. Ich hoffe, dass sich bis dahin mein selbstlöschender Markierstift endlich mal verkrümelt hat, hihi. Ich bin gespannt.

Was den Unterrock betrifft: Schaut morgen wieder rein, dann bekommt ihr dazu einen exklusiven Eintrag mit kleinem "How to", versprochen!

Und auch zu den Accessoires werde ich euch in Teil 3 hier noch einen kleinen Post liefern!

Wie das Kind dann insgesamt aussieht inklusive Schminke und Frisur, erfahrt ihr in Teil 4!

Also bleibt dran...




An dieser Stelle: Satin ist echt ein fieses Material! Deshalb an dieser Stelle ein paar generelle Tipps zum Nähen von Satinstoffen:

1. Nähe unter gar keinen Umständen Satin, wenn du gestresst bist. NIEMALS!

2. Satin immer einlagig schneiden, da der Stoff rutscht wie Hexe!

3. Eine feine Nadel benutzen. Ich habe bewusst einen dünne Jerseynadel benutzt, da sie im Gewebe durch die Zwischenräume gleitet aufgrund der runden Spitze. Mit der normalen Universalnadel hatte ich Fadenzieher.

3. Manche schwören darauf, den Stoff zu stärken, vorm Nähen. Ich habe es nicht getan, würde es aber das nächste Mal durchaus probieren.

4. Satin hasst Nadeln. Nehmt Clips!

5. Satin ist echt empfindlich, egal, wie ihr die Nähmaschine einstellt, die Nähte sehen trotzdem oft echt doof aus. Bei mir sah es so aus, als ob ich die Oberfadenspannung zu stark eingestellt hätte, war aber nicht so, was intensives Testen zeigte. Manche habe mit etwas vermindertem Nähfußdruck Erfolg, aber das ist maschinenabhängig.

6. Manche schwören auf den Satinnähfuß (Ich habe auch einen, was mir aber erst hinterher eingefallen ist!) und eine kleine Stichlänge. Andere sind gut mit Oberstofftransportteur gefahren. (Besitze ich leider nicht.) Auch hier gilt: Ausprobieren!

7. Satin hasst Overlockmaschinen, sonders in Kurven. Trotzdem habe ich gelockt, damit das sehr auftrennfreudige Gewebe hält.

8. Zur Not: Feuerzeug raus und anschmelzen. Das geht natürlich nur bei vollsynthetischem Satin und ich nicht ganz ungefährlich, weshalb ich das wirklich nur im Notfall mache und wenn dann nur an Minikanten, die auf keinen Fall schon eingenäht sind, falls doch mehr schmilzt als geplant.

9. Satin franst sehr stark aus, deshalb lieber 2cm Nahtzugabe geben und Nähte immer versäubern und absteppen.

10. Bonustipp: Wenn auch anderer Stoff geht, verzichtet auf Satin. Euer Nervenksotüm dankt es euch!



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