Donnerstag, 4. November 2010

Backen mit der Freundin

Schwangere Frauen entwicklen ja bekanntlich den sogenannten Nestbautrieb. Da das "Nest" schon weitgehend fertig ist - Bettchen steht, Wickelkommode auch, Erstlingsgarderobe ist auch fast komplett, Kinderwagen ist bestellt... - wandelt sich das bei mir zum Backtrieb um.
Da meine ganzen Koch- und Backhefte aber alle noch verstaut sind, habe ich mir kurzerhand eine Freundin gekauft, also die Zeitschrift namens Freundin natürlich ;) Die kaufe ich mir nicht gerade oft, weil mich Frauenmagazine allgemein eher weniger tangieren von den Inhalten her, aber wenn es gutes Extraheft dabei ist, kann man die 2 Euro irgendwas schonmal investieren. Die letzte Freundin habe ich mir auch nur wegen des Specials zum Thema Marmelade und Einwecken geholt...

Nun zum Plätzchen-Special:

Das Heft ist wirklich eine Augenweide! Die Fotos sind wunderschön und man weiß sofort: "So werden die bei mir niemals aussehen, bin ja kein Foodstylist..." Aber hey, das müssen die Makronen, Lebkuchen und Co. ja für den Hausgebrauch auch eigentlich nicht, oder?
Vielmehr geht's doch um den guten Geschmack und den Spaß am Backen, was das Werkeln am heimischen Herd angeht. Die schönen Fotos können dazu durchaus eine gelungene Anregung sein und inspirieren den Hobbybäcker vielleicht bei der Gestaltung der eigenen Plätzl. Zumindest machen sie Lust auf's Ausprobieren! Es gibt auch langweiligere Backzeitschriften, wo Präsentation und Rezept nicht gerade suggerieren: "Hey, Back mich, ich schmecke bestimmt so gut wie ich aussehe!"
Das Heftchen ist übersichtlich aufgebaut: Erst kommt ein Grundrezept - das umfasst hierbei Anleitungen für Makronen-, Mürb-, Lebkuchen und Spritzgebäckteig - dann kommen spezielle Abwandlungen mit denen man aus dem Grundteig  zahlreiche andere Plätzchen zaubern kann: Makronenteig  >>>  Dattelmakronen, Walnusstangen, Amarettini...
Anschließend gibt es noch eine Nostalgiesparte, die Klassiker aus Deutschland und der Welt enthält.
Zwischendurch gibt es noch eine Doppelseite mit nützlichem Wissen und Tipps zum Backen allgemein und eine Einzelseite mit schicken Backutensilien der Saison, welche ich als einzige doch als verzichtbar ansehe, aber naja, bissel "Werbung" ist nicht schlimm. Wäre unangenehmer, wenn's wie bei fast allen Koch- und Backzeitschriften jede vierte bis fünfte Seite beträfe. Hier steht zwar da und dort auchmal der Verweis auf eine bestimmte Küchenmaschine oder im Rezept steht halt ein Markenhersteller, aber aufdringlich ist was anderes. Man kann sowas doch gut ausblenden und sich auf's Backen konezntrieren.
Ganz schön finde ich bei allen Abschnitten, dass Rezept und Bild nie getrennt sind. Zwar muss man zwei Seiten bemühen, wenn man nicht nur einen Grundteig herstellen will, aber da das Rezept unmittelbar am Anfang jeder Sparte zu finden ist und eh zuerst hergestellt wird, bevor man zu den Variationen kommen kann, stört das kaum. Außerdem kann man auch einfach mehr Grundmasse machen und dann fröhlich rumprobieren, wie unterscheidlich doch die Ergebnisse daraus ausfallen können, indem man andere Zutaten nutzt.
Zu den Rezepten allgemein lässt sich sagen, dass auch sie sehr übersichtlich gestaltet wurden: Oben Zutaten - mittig Zubereitung - unten Angaben zu Kalorien, Back- und Zubereitungszeit. Wichtige Angaben zum Beispiel zur Größe des zu verwendenden Bleches, zur Backofenschiene sowie alternative Temperaturangaben für Gas- oder Umluftherde fehlen zu meinem Bedauern leider fast gänzlich - ein wirkliches Manko des Heftes, wie ich finde!
Ein weiterer Minuspunkt findet sich bei den Spezialvariationen der einzelen Grundteige wieder: Man braucht nicht selten extrem teure oder sehr, sehr ausgefallene Zutaten dafür, was dazu führt, dass das Backen schnell eine teure Angelegenheit werden kann oder man einfach die Lust verliert, ein bestimmtes Gebäck herzustellen, weil man die Zutaten einfach nicht bekommt. Manchmal wird auch konkret auf bestimmte Marken oder Hersteller verwiesen ohne Alternativen zu nennen. Muss es denn unbedingt Lübecker Marzipan oder der Tropen-Trockenfrüchte-Mix von der teuersten Firma am Markt sein? Könnte man nicht einfach auf Marzipanrohmasse verweisen oder schreiben, was drin ist beim Spezialdörrobst, damit man auf billigere Produkte ausweichen kann? Warum braucht man unbedingt Reismehl für Cranberry-Shortbread? (Hätte man hingeschrieben, warum, erschiene der Kauf einer ganzen Tüte, für die man sich extra zum Asialaden bemühen muss, auch wenn man nur 50g braucht, vielleicht nicht ganz so sinnlos...) Warum steht da nur "weiße Trinkschokolade - instant", wenn hier ausnahmsweise mal 'ne Firmenangabe oder Bezugsadresse sinnvoll gewesen wäre? Und warum bekommt man (fast) nirgends getrocknete Birnen? Warum wird da nicht heingeschrieben: "Gibt's im Reformhaus" oder: "Alternativ nehmen Sie getrockenete Äpfel."?
- Solche Probleme beim Backen frusten echt. Da will man fast bei den Grundteigen bleiben oder gar nicht erst loslegen.
Auch Teige, auf die man echt lange warten muss, sind echte Showstopper. Zum Teil soll man für einzelne Plätzchen 6 bis 12 Stunden Zeit extra einplanen - warum steht aber nicht wirklich da. Ein kurzer Hinweis dazu wäre nett gewesen. Dann weiß man, dass der Teig eben "durchziehen" muss wegen bestimmter Gewürze oder "trocknen" wegen der Konsistenz usw. Aber naja... man muss ja nicht daneben sitzen und die ganze Zeit die Schüssel anstarren, von daher...

Nun zur Backerfahrung mit dem Heft:

Bisher habe ich erst ein Rezept gebacken, das Schoko-Nuss-Gebäck, das im Heft als Klassiker bezeichnet wird. Naja, so richtig "klassisch" finde ich die Plätzchen, die eher an Brownies erinnern eigentlich nicht. Aber im Gegensatz zu den meisten anderen Gebäcksorten, ist es wirklich auf die Verwendung von Standardzutaten ausgelegt. Man braucht keine fancy Extras wie Reismehl oder Blattgold und muss auch nicht viel Zeit einplanen, weil die Zubereitung wirklich schnell geht. Nur Schoki reiben macht keinen Spaß und ich habe auch keine Küchenmaschine, die mir das abnimmt leider. Aber naja, man verkraftet es, seinen Arm mal bissel zu trainieren, auch wenn's auf Dauer etwas anstrengend ist. Oder man kauft halt Schokoraspeln... das nächste Mal.
Jedenfalls ist das Gebäck sehr lecker geworden und hat auch schon viele Testesser überzeugt, so dass ich es mal wieder backen werde, villeicht mal mit weißer Schokolade und ohne Zimt. Mal gucken...
Momentan werkel ich noch an den Birnenlebkuchen, die ich dann aber erst in zwei, drei Wochen essen darf, weil Weihnachtsgewürze wohl Wehen hervorrufen können :( Naja, der Teig ist fertig und ich habe nur schlappe 2,5 Stunden dafür gebraucht, weil ich keinen "Blitzhacker" besitze, wie schon erwähnt, und alles von Hand hacken durfte. Gemahlenen Walnüsse gibt es nicht zu kaufen und getrocknete Birnen, die ich nach drei Tagen Suche in diversen Dresdner Läden für luxuriöse 3,30 Euro im Reformhaus gefunden habe, haben z. T. die Konsistenz von Schuhsohle und lassen sich dementsprechend blöd zerkleinern. Kandierte Früchte und Sultaninen kleben wie Hexe am Messer. Und Marzipan lässt sich nicht wirklich reiben, weils's warm wird und haften bleibt an allem, was es berührt. Hab sogar ne Blase am Finger vom Tüdeln :(
Naja, nach 2,5 Stunden hatte ich alles gemischt, dann musste der Teig "trocknen" bzw. "ruhen" - für 6 Stunden... Da hat es mir nichtmal was gebracht, dass ich halb 9 frühs geschniegelt und gespornt in der Küche stand, weil ich ja dann nach Zubereitungs- und Wartezeit woanders sein musste... naja, der Teig schläft halt bei mir bissel länger. Er steht im Kühlschrank, sind ja Eier dran, und wartet gebacken zu werden. Dazu hatte ich aber noch keine Lust, ich geb's zu. Wird wohl nicht mein Lieblingsrezept werden, es sei denn die Lebkuchen schmecken am Ende göttlich, dann überleg' ich's mir vielleicht nochmal. Oder auch nicht. Nein, eher nicht...

FAZIT:

Schönes Heft mit leichten Mängeln. Für Backanfänger eigenen sich die Grundteigrezepte allemal - für die Variationen sollte man jedoch etwas Können, Einfallsreichtum und ein paar Euro extra mitbringen. Und einen Blitzhacker besitzen...

Warum ich momentan nicht so gut drauf bin...

Wie versprochen gebe ich mir Mühe, nun häufiger zu bloggen, wie man sehen kann. Eigentlich wollte ich schon am Dienstag schon was Neues schreiben, aber der Tag war einfach nur doof... ohne jetzt im Einzelnen rekapitulieren zu wollen, warum, sage ich nur soviel:
Der Mensch, der schon am Sonntag so leidenschaftlich bohren musste, hat das in einer äußerst zerbrechlichen Phase meiner Konzentration schon wieder getan, bei Stoff bemalen ist das Motiv beim fixieren angepappt am Tuch, so dass ich einiges neu auftragen musste an Farbe, ein schlägertypartiger Knilch von der Stasi äh der Gebühren-Erpressungs-Zentrale stand vor der Typ und hat mich genervt, in der Straßenbahn habe ich nen Schwinger vor die Brille bekommen und mich dann mit nem seltsamen Typen angelegt, der erst eine anregende Unterhaltung mit seinem (behinderten?) Kumpel führen ("jaja" - "jaja" - "neinnein" - "neinnein" ... zweihundertausendmal hintereinander im Wechsel) und dann einer anderen Schwangeren, die ich aus dem Yogakurs kenne, den Platz wegnehmen musste. Naja, er meinte, ich wäre arrogant und hätte netter fragen sollen, außerdem hätte er es nicht gesehen... blabla... Außerdem klingelt ständig das Telefon oder es schellt jemand an der Tür... Dann noch tausend Termine (Physiotherapie, Yoga, Geburtsvorbereitungskurs, Hebamme, Waschmaschinenreparatur (die soll wahrscheinlich Freitag passieren, nachdem ich letzte Woche zweimal vergeblich gewartet habe) etc.) - nicht dass Yoga oder Physio unangenehm wären oder der GKV nicht viel Spaß machen täte, aber anstrengend ist es trotzdem. Man hat das Gefühl, jetzt wo man Ruhe brauchen könnte, wird's schwerer, sie auch zu bekommen... nicht dass man sich vorher, wo man noch fitter war, sich nicht wahnsinnig oft gelangweilt hätte :( Blödes Timing für so viele Verpflichtungen.
Naja, was soll's? Ich blogge trotzdem mehr in Zukunft ;) Zumindest versuche ich es.

Dienstag, 2. November 2010

Abandoned Blog :(

Ich bin eine schlechte Bloggerin, ich geb's zu! Gerade mal zwei Einträge letzten Monat - ich sollte mich schämen! Dabei interessiert sicher einige Leute, was ich so mache und wie es mir so geht als werdende Mama.
Bisher habe ich - zugegeben - wenig über meine Schwangerschaft gebloggt, außer wenn's um die Straßenbahnsache und den Bauch ging. Aber die Postanzahl war doch überschaubar, ich weiß...

Nur kurz zum öffentlichen Personennahverkehr, so als kleiner Nachtrag, gestern hat mir im Bus das erste Mal tatsächlich jemand einen Platz offeriert. Ich war baff, zumal es ein Rentner war, der mir da von ganz vorne gestikulierenderweise den Sitz neben sich anbot, der noch frei war. Leider musste ich ablehnen - ich stand in der Mitte des Busses, wollte mich nicht durch die Leute drängeln, die zwischen Sitzplatz und mir standen - das hätte die ganze Zeit absorbiert, die ich insgesamt gefahren bin (es war nur eine Haltestelle). Aber ich habe dem netten Senior gedankt, sogar verbal ;)

Naja, zum Bauch lässt sich auch noch was nachreichen: Er ist definitiv ein Spätzünder! Habe ab der Hochzeit im August (Anfang 7. Monat) stetiges Bauchwachstum zu verzeichnen und es hört einfach nicht mehr auf. Hab' jetzt eine richtige Atommurmel mittlerweile! 113 cm Bauchumfang sind echt krass, davon stammen 2 cm alleine von letzter Woche. Schon lustig, wie sich das Blatt doch wenden kann... auch wenn's tatsächlich noch Leute gibt, die das übersehen (wollen?), dass man im 9. Monat schwanger ist. Egal, der Bauchneid ist vorbei :)

Soooooooooo.... mal überlegen, was es noch zu sagen gibt *denk*...

Achja, zum Thema "9 Monate": Wenn man gefragt wird, wie weit man denn schon ist, dann sind viele Leute immer ganz verwundert, wenn man sagt, man ist im 9. Monat. Dann denken die immer "Ja, dann kommt's ja jeden Moment!" Naja, um genau zu sein, ich sage meistens erstmal die Woche statt den Monat, um solche Reaktionen zu vermeiden. Aber das ist für Nicht-Eltern immer etwas verwirrend, weil die damit nicht anfangen können und im Endeffekt eh auf eine Monatsangabe fixiert sind. Ich übersetze das dann eben für sie und dann kommt, wie gesagt, in der Regel oben genannte Reaktion... kein Wunder, wenn man dann in E-Mails schonmal gefragt wird, ob das Töchterlein denn schon da wäre bzw. ob man schon Wehen hat oder Ähnliches. Hmpf.
Ich weiß, die Medien liefern ein recht verklärtes Schwangerschafts- und Geburtsbild. UND: Man erfährt wirklich kaum objektive Fakten, bevor man nicht selber ein Baby erwartet (vorher hat man auch eigentlich null Bedürfnis sich mit dem Thema WIRKLICH tiefer auseinander zu setzen aus verschiedensten Gründen). Also ich mein' vor allem die ekligen, gruseligen und merkwürdigen Dinge, die zum Kinderkriegen gehören - die werden einem nämlich erst aufgetan, wenn man nicht mehr rauskommt aus der Nummer... aber dazu vielleicht ein andermal mehr
Der basalste Mythos ist jedenfalls das mit den 9 Monaten, die eigentlich 40 Wochen sind - also 10 Monate. Das kommt dadurch zu stande, weil man nicht vom Zeugungsdatum ausgeht bei der Berechnung des wahrscheinlichen Geburtstermins,  man weiß ja eh meistens nicht genau, wann da Ei und Schwimmer Hochzeit gefeiert haben, sondern vom Beginn der letzten Periode. Man hat also quasi ein paar Extratage in der Rechnung mit dabei, die aber maximal einen halben Monat ausmachen. Naja, jedenfalls erklärt das noch nicht ganz, warum man denkt, es sind nur 9 Monate. Meiner Meinung nach kommt das von einem einfachen Denkfehler, den man bei sehr leicht begeht bei der ganzen Geschichte. Angenommen, man wird im Januar schwanger, dann läge der Geburtstermin im Oktober. Viele rechnen jetzt 10. Monat des Jahres minus 1. Monat des Jahres und kommen auf die Zahl 9, weil ja 10 - 1 = 9 ist, nech? Denkfehler gefunden? Man muss den Januar natürlich mitzählen, dann sind's auch 40 Wochen ;) - auch wenn's anders aussehen mag. Es sind ja keine Zahlen, mit den man da bei der Überlegung jongliert, sondern Zeitabschnitte.

Interessant finde ich, dass das bei Menschen mit dem Geburtstermin so'ne Sache ist. Ab 3 Wochen vorm errechneten Termin ist das Kind kein Frühchen mehr und kann regulär zur Welt kommen. Bis 10 Tage danach (früher waren's mal 14) kann sich das Huschelchen aber auch Zeit lassen. Das ist ein enormer Rahmen - Wahnsinn!
Laut Hebamme aus dem Vorbereitungskurs weiß man bis heute nicht, was dafür verantwortlich ist, dass die Geburt beginnt. Zwar kennt man viele Faktoren (Hormone, Reife des Kindes, Stress etc.), die beteiligt sind, aber was genau bewirkt, dass Wehen kommen und das Kindchen rauspurzelt, ist weiterhin eines der großen Rätsel der Menschheit.

Ich schreib' später mehr... jetzt ruhe ich mich erstmal aus :)

Donnerstag, 21. Oktober 2010

(Non-)verbale Kommunikation im ÖPVN

Die Straßenbahn ist in Dresden definitiv eines der komfortabelsten Mittel, um von A nach B zu gelangen. Das Netz ist gut ausgebaut, der Preis für eine Monatskarte annehmbar und die meist neuen Bahnen sind nicht selten sehr geräumig sowie mit vielen Sitzplätzen ausgestattet.
Trotzdem kommt es dann und wann mal wieder vor, dass gerade auf den stark befahrenen Strecken zu bestimmten Tageszeiten derart viel Betrieb herrscht, dass es zu einem gewissen "Sitzengpass" kommen kann. Das hat dann ganz unterschiedliche Folgen:
Zunächst füllen sich die Restplätze, das heißt, es setzen sich Leute auf die Sitze, die andere Fahrgäste neben sich unbewusst oder bewusst (der Deutsche sitzt ja nicht gerne neben jemandem, den er nicht kennt, wie man weiß...  oder auch nicht...) freigelassen oder blockiert haben. Dann kommt es auch schonmal vor, dass man mit den unterschiedlichsten Menschen die Bank teilt wie zum Beispiel Touristen, Kindern, Rentnern (yeah -.-), Studenten... oder heftigst pubertierenden Teenagern, die ihrem/ihrer Liebsten an jeder Haltestelle genau mitteilen müssen, wo sie gerade sind und das nach Möglichkeit auch noch zigmal wiederholen, weil der Gesprächspartner es entweder an den Ohren hat oder die Verbindung grottenschlecht ist... (Das ist dufte! Durfte ich heute erleben, auch wenn das Mädel nicht neben, sondern hinter mir saß - und zwar gleich drei Reihen... Aber keine Sorge, ich konnte zumindest ihre Seite der Konversation hervorragend verstehen. Sie scheint wirklich gut mit ihrem Freund zu harmonieren, wenn ich nach dem Gespräch gehe, zumindest akustisch. Sie war sich jedenfalls nicht zu fein, alles wieder und wieder zu wiederholen in einer deutlich gehobenen Lautstärke. Das muss Liebe sein...)
Neben der verbalen Kommunikation gibt es ja auch diejenige welche, die ganz ohne Worte auskommt, was ich ganz bemerkenswert finde und manchmal sogar für angebracht halte, wenn es die Situation erfordert. Noch erstaunlicher als der Vorgang selbst ist allerdings der Umstand, dass es meiner Meinung nach nur zwei Arten davon gibt- nämlich die, die funktioniert und die, die nicht klappt...
Um das ganze mal wissenschaftlich anzuhauchen: Der (non-)verbale Akt ist erfolgreich, wenn der Sender dem Empfänger eine Nachricht schickt, deren Code beiden bekannt ist, sprich über dessen Bedeutung sich beide einig sind, wodurch der Empfänger angemessen auf die Botschaft reagieren kann. So weiß der Sender, er wurde verstanden. Oft sind die Inhalte einfach zu entschlüsseln, zum Beispiel weil man schon ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder weil es entsprechende Konventionen des Alltags gibt.
Das heißt aber nicht, dass nonverbale Kommunikation immer angebracht ist. Oder die Art, in der sie "geäußert" wird. Und wie gesagt, erfolgreich ist sie auch nicht immer... Hier mal ein Beispiel, heute erlebt:
Ich sitze am Gang, der Fensterplatz ist frei. - Ich will mich mit meiner Murmel nicht unnötig in die enge Sitzreihe zwängen und die Einzelplätze am Fenster waren alle besetzt (von Rentnern, wie könnte es auch anders sein). Mein Ziel ist der Postplatz. Um dahin zu gelangen, fährt die Bahn über einige Haltestellen unter anderem über die an der Prager Straße (das ist nur ein Halt vor meinem Ziel), wo erfahrungsgemäß viele Leute ein- und aussteigen. So, jetzt kommunizieren wir mal nonverbal, Achtung *trommelwirbel*: Eine Rentnerin steigt ein, geht drei Schritte, erspäht meinen leeren Nachbarplatz und bleibt unvermittelt stehen. Sie guckt unvermittelt mit leeren, vorwurfsvollen Augen auf den Sitz neben mir und macht *Überraschung* GAR NICHTS.
Da ich ja eine gute Kinderstube genossen habe und man "zu meiner Zeit" noch ältere Personen hat hinsetzen lassen, verkneife ich mir meine nicht ganz so nonverbale Reaktion ("Gucken Sie so traurig, weil Sie ihre Zunge verschluckt haben oder wollen Sie mir sagen, dass Sie sich eventuell setzen möchten?") und stehe lächelnd auf. Trotz der Unfähigkeit der Dame, ebenfalls ihre Mundwinkel ein paar Millimeter nach oben zu zwingen, klappt unser "Gespräch" und die Frau murmelt ein teilnahmsloses "Danke", ohne mich dabei anzugucken.
Dummerweise sind nicht alle Leute, die Straßenbahn fahren, mit der Gabe gesegnet, bestimmte Aktionen richtig auszulegen. So kam es, dass sich an die geglückte nonverbale Kommunikation auch gleich noch eine mißglückte anschloss.
Ich gebe ja zu, ich bin eine fitte Schwangere und nicht jedem fällt der Bauch, auch wenn er mittlerweile recht prominent ist, unter dem dicken Mantel sofort auf... aber wenn ich aufstehe, um einer Rentnerin einen freien Platz neben mir anzubieten, heißt das noch lange nicht, dass sich dann die nächstbeste Trulla dranhängen darf und ihre opulente regio glutaea mit einer unendlichen Selbstverständlichkeit auf meinen Sitz schwingen darf. Wer in aller Welt nimmt bitte einer Hochschwangeren den Sitz weg? Hätt' ja sein können, ihr fahre noch zehn Haltestellen und nicht nur eine... Neeneenee, das hätte selbst ein mittelintelligenter Chimpanse durch reines Beobachten geschnallt, dass das nicht die beste Idee des Tages war. Selbst die Beamtin im Einwohnermeldeamt hat ganz ungefragt den Kinderfreibetrag im Zusammenhang mit der bevorstehenden Geburt unseres Babys angesprochen, als wir neulich da waren und wie lange hat dich mich gesehen? Vielleicht ganze zwei Sekunden auf dem Weh von Stuhl A im Wartebereich zu Stuhl B vor ihrem Tisch, was deutlich kürzer war als die Zeit, die ich zum Aufstehen benötigt habe in der Straßenbahn... Oder man hätte einfach mal nachgefragt, ginge ja auch...
Bin dann doch mal etwas verbaler geworden - nicht so verbal, wie ich es gerne gehabt hätte, aber naja... - weil das ohne Worte ja nicht geklappt hat. Hab mich dann aber lediglich auf ein blankes "Ich hätte meinen Sitzplatz doch ganz gerne behalten..." beschränkt mit angemessen vorwurfsvollem Ton und passendem Gesichtsausdruck, auch wenn's nur um eine Haltestelle ging, schon aus Prinzip.
Antwort, geheuchelt, weil keinerlei Anstalten zum Aufstehen machend: "Achso, ich dachte, Sie wollten aufstehen..."
*seufz* Ich wollte nicht aufstehen, ich wurde dazu aufgefordert - von der glotzenden Omi mit Gesichtslähmung - halt nonverbal. Naja, ist eben nicht jeder dazu fähig, sich ganz ohne Worte auszutauschen. Hab' es dann auf sich beruhen lassen und abgewunken, auch wenn mir da noch ein/zwei Sachen zu eingefallen sind, die ich dann doch lieber ungesagt lasse ;-)

Samstag, 9. Oktober 2010

Fullmetal Alchemist (Brotherhood) oder Warum ich den verd****en Manga immer noch nicht gelesen habe...

Einige meiner Freunde werden wissen, dass ich wahnsinniger Fullmetal Alchemist Fan bin - bezogen auf die erste Animeserie, die ab 2003 produziert wurde. Diese orientiert sich - im Gegensatz zur Neuauflage des Animes Fullmetal Alchemist Brotherhood - nur grob an der Vorlage, dem Manga von Hiromu Arakawa, und verfolgt weitgehend eine eigene Storyline.
Über die neue Serie habe ich ja schon 2009 berichtet, falls sich der ein oder andere erinnern mag. Damals kam FMA Brotherhood nicht gerade gut weg in meiner Kritik, vor allem weil ich ein Remake nach so kurzer Zeit (nach nur knapp 6 Jahren!) einfach nicht verstehen konnte - zumal die erste TV-Serie zu recht zu den meist geliebtesten Animes der letzten Jahre weltweit zählt.
Außerdem hat zu meiner zugegebenermaßen einseitigen Bewertung auch der Fakt beigetragen, dass ich eben nur Fan des Animes bin, nicht aber des Mangas, den ich zugegebenermaßen immer noch nicht gelesen habe. Ich gestehe! Nunja... ich versuche das mal zu erklären:
Ich mag Mangas sehr, vor allem, wenn Stil und Story stimmen und die Verfügbarkeit der Bände auch gegeben ist. Zu dumm, dass ich zum ersten Mal mit FMA (Anime) in Berührung kam, als letzteres leider in Deutschland noch nicht der Fall war (weder in gedruckter noch in übersetzter digitaler Form).
Ich war damals, genauer gesagt 2004, auf der Connichi und schaute mir, obwohl ich das sonst nie mache, in einem der Videosäle ein paar Folgen der Serie an und war hin und weg.
Normalerweise kaufe ich mir bei Gefallen des Animes auch gerne mal die passende Vorlage, wenn oben genannte Kriterien stimmen. Da man sich ja über Zeichenstile durchaus streiten kann, beschränke ich mich hier mal auf den letzten Punkt, die Verfügbarkeit:
Den Manga gab es in Deutschland ab September 2006 zu kaufen (da hatte ich schon alle Folgen vom Anime gesehen btw...). Und zwar im Monatsturnus, was ich irgendwie als rezeptionsbehindernd empfinde, weil sich ja so ein Büchlein dank der Bilder in kürzester Zeit lesen lässt und man wissen will, wie's weitergeht. Außerdem kostet(e) ein Band des Mangas rund 8 Euro, womit er deutlich teurer ist als der Durchschnittsmanga in Deutschland zu dieser Zeit (ca. 5 Euro).
Erschwerend kommt noch hinzu, dass Arakawa ihre Reihe erst im Juni 2010, also dieses Jahr, abschloss. Das bedeutet, der Leser hatte schon zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung in deutschen Gefilden mit Wartezeiten zu rechnen, was die Erscheinung hier zu Lande anging. Ich spreche da aus Erfahrung. Sowas mag ich nicht wirklich, vor allem dann, wenn man das alles aufsummiert:
Der Manga hat in Japan 25 Sammelbände, von denen sind hier bis zu diesem Monat 20 auf Deutsch erschienen (ausländische Import zum Beispiel auf Englisch lohnen sich finanziell nicht, deshalb beschränke ich mich hier mal auf die bei Panini publizierten, im normalen deutschen Buchhandel verfügbaren Hefte). Das heißt man hätte inzwischen seit 2006 für vier fünftel der Story ganze 160 Euro ausgeben müssen - verteilt auf vier lange Jahre. VIER!
Und um jetzt doch mal auf den Stil zu sprechen zu kommen, muss ich sagen: Meine Begeisterung hält sich in Grenzen, besonders was die farbigen Anteile des Mangas angeht. Ich ja nicht die Augen zu gemacht und den Manga völlig ignoriert, nicht dass das hier jemand denkt, aber er spricht mich halt nicht ganz so an. Das ist auch der Fall, weil ich ja interessehalber mal den Storyüberblick zum Manga in der Wikipedia gelesen habe, einfach um zu evaluieren, ob sich das Lesen der vielen Hefte (und damit eventuell auch Brotherhood) überhaupt lohnt. - Zumal ich mit dem ersten Anime so enorm happy und zufrieden bin.
So... nun habe ich mal wieder viel zu weit ausgeholt, weiter als ich eigentlich wollte :-(
Was wollte ich eigentlich nochmal schreiben? Ach ja, ich erinnere mich, es ging um Brotherhood, also quasi FMA2...
Ich habe mir nämlich nun endlich ein paar Folgen davon ansehen können, genauer gesagt sind es drei, über die ich mein erstes Fazit loswerden möchte.

Zunächst kurz zur Story:

In der ersten Episode, die nebenbei auch nichts mit dem Manga zu tun hat, geht es um die Jagd nach einem auf Wasser spezialisierten Alchemisten, zu der die Elric-Brüder hinzugezogen werden. Ihr Anteil am Geschehen fällt dabei doch eher marginal aus. Die Folge ist also mehr oder minder ein klassischer Füller, der nebenbei noch ein paar Charaktere präsentiert (einführen kann man das wohl kaum nennen): Roy Mustang, King Bradley, Meas Hughes und Alex Louis Armstrong tauchen zum Beispiel auf, wobei Es und Al nur Hughes vor nicht gekannt zu haben scheinen und ihn zum ersten Mal treffen.

Folge zwei widmet sich der Hintergrundgeschichte der Brüder und schildert, wie sie ihre Mutter verloren, bei ihrer Transmutation Körper und Gliedmaßen verlieren und schließlich wie Edward zum Staatsalchemisten wird  - alles in einem Aufwasch.

Teil drei handelt von der Niederschlagung eines Kultes um den Priesters Cornello in der Stadt Riole. Zum zweiten Mal werden hier auch Lust und Gluttony kurz gezeigt, die schon in Folge eins einen klitzekleinen Gastauftritt bekommen hatten.

Falls sich jetzt jemand wundert, warum ich die Inhalte der Episoden so gerafft darstelle, dem sei an dieser Stelle gesagt, dass ich das gar nicht mache. Es passiert wirklich kaum mehr als das von mir Zusammengefasste. Leider. Meiner Meinung nach, hätte man Teil eins echt weglassen und dafür der Geschichte aus der folgenden Episode etwas mehr Aufmerksamkeit widmen können, die mehr oder weniger runter gerissen wird, abgesehen von Edwards Erlebnissen während der Transmutation seiner Mutter. Deren Tod ist Folge einer unspektakulär am Rande erwähnten Epidemie, auch die nicht näher eingegangen wird, wie auch auf die Mutter der Elrics selbst. Auch über Winry erfährt man fast nichts, geschweige denn über ihre Beziehung zu den Brüdern.
Auch die dritte Episode ist nicht viel besser. Sie handelt den Fall Cornellos im Eiltempo ab und reitet ziemlich auf dem üblichen Missverständnis herum, Al sei der Fullmetal Alchemist statt Ed - zu oft für meinen Geschmack, um ehrlich zu sein.
Naja, hoffen wir, dass sich für andere Phasen der Story dafür mehr Zeit genommen wird.

Zum Stil:

Der Stil ist der ersten Serie recht ähnlich. Allerdings wird bei Brotherhood auch ab und an mit farbigen Umrisslinien gearbeitet, was nicht übel aussieht, aber nicht von größerer Signifikanz ist. Zum Teil sackt leider die generelle Zeichenqualität zwischendurch mal ein wenig ab, was aber in allen Animes vorkommen kann. Das würde ich jetzt eher nicht als Manko verbuchen, sondern als typisch für das Medium.
Was ich nicht so mag, ist der Wechsel vom realistischen Stil in den vereinfachten Stil an merkwürdigen Stellen. Zum Beispiel wirkt es meiner Meinung nach unangebracht, wenn Ed und Al als wobbelnde Knubbelfiguren vor Cornello fliehen und das nicht nur für ein paar Sekunden... Wenn Ed sich aufregt, dann passt das schon eher, aber in einem Kampf?
Gut finde ich hingegen, wie mit Detailkontrasten gearbeitet wird: Blindflächen werden zur Untermalung der Mimik und Gestik kultiviert (leere Augen, spiegelnde Brillengläser) und Schattenflächen werden als Stilmittel eingesetzt, indem dunkle Bereiche weniger bis keine Detailtiefe aufweisen (nicht durchgängig selbstverständlich, sondern an passender Stelle).
Allgemein empfinde ich die Darstellung von Gestik und Mimik der Charaktere durchaus gelungen, wobei mir Witz und Esprit vieler Figuren jedoch fehlen: Hughes ist gemäßigter, Mustang wirkt weniger machohaft kaltschnäuzig, sondern eher professionell neutral, Hawkeye ist ganz gut getroffen, scheint aber weniger entschlossen und taff... und Ed fehlen (noch?) diese Momente spiegelklarer Überlegenheit, in denen er beweist, nicht nur alchemistisch ganz gut dabei zu sein *seufz*. Immerhin macht King Bradley sogar mal sein Auge auf, eine schöne akzentuierende Geste. Naja, zugegeben, es waren erst 3 Folgen, da wird sicher hoffentlich noch was kommen in Sachen Charakterentwicklung. meine Vermutung ist ja die folgende:
Wahrscheinlich möchte man sich mit Brotherhood irgendwo doch von der ersten Adaption von FMA distanzieren, kann aber wichtige, weitgehend identische Passagen nicht einfach weglassen. Also konzentriert man sich im Grunde erstmal darauf, diesen Handlungsabschnitt kurz und bündig  zu umreißen, um dann so Raum für "die eigentliche Geschichte" zu haben und endlich das zeigen zu können, was der Manga an Story vorgibt und in der ersten Serie nicht vorkam wegen ihres eigenen, abweichenden Skripts. Zwar kann ich nach drei Folgen wirklich noch nicht sagen, ob das so ist, aber die Annahme drängt sich im Grunde auf, so rasant man durch die Ereignisse fegt. Mir würde ein langsameres Erzähltempo mehr zusagen, vor allem damit die einzelnen, immens wichtigen Abschnitte etwas liebvoller rüberkommen können, was so einfach untergeht.

Zur Synchro:


Dazu kann ich wenig sagen, da japanische Synchronisationen meistens qualitativ unschlagbar sind. So ist das auch mit Brotherhood: Die Stimmen passen, wenngleich sie auch abweichen von der ersten Serie. Zumindest Eds und Als Sprecherinnen scheinen aber die gleichen geblieben zu sein (was ich nicht 100% sagen kann, weil ich für Brotherhood keine Liste finden konnte).

Zur Wertung:

Sorry, aber eine Bewertung kann ich nach drei Folgen echt noch nicht loswerden, das wäre zu zeitig, besonders weil die Serie ja ganze 64 Folgen (plus 4 OVAs) hat. Natürlich werde ich zu gegebener Zeit ein Gesamtfazit nachholen, sofern ich irgendwie in den Genuss aller Episoden kommen kann. :-)

TBC

Mittwoch, 29. September 2010

Schwangerenyoga und der laaaaaange Weg dorthin...

Wenn man in dieser Stadt während der Schwangerschaft Sport machen will, ist das leider schwieriger als gedacht!
Zwar sprießen an allen Straßenecken Hebammenpraxen wie Pilze aus dem Boden und auch Physiotherapeuten, Sport- und Familienzentren sind omnipräsent vertreten am Platz, aber es scheint einfach zu viele Schwangere in Dresden zu geben. Die Angebote eben dieser Institutionen würden sonst ja wohl ausreichen, dass alle sportwilligen Bald-Mamis in irgendwelchen Kursen unterkommen.
Aber nein, das wäre ja zu einfach! Ruft man irgendwo an, dann heißt es oft: "Wir haben gerade den letzten Platz vergeben!" oder "Alle laufenden Kurse sind leider voll und neue Kurse gibt es erst wieder im November..." oder "Der Kurs wurde abgesagt, weil blablabla".
Das ist echt eine äußerst frustrierenden Sache, besonders wenn man dann noch den Faktor Krankenkasse berücksichtigen möchte. Ich meine, man kann auch drauf pfeifen, dass die einem Zuschüssen zu bestimmten Maßnahmen geben müssen und den Kurs vollständig selber zahlen, dann ist es leichter, irgendwo unterzukommen, aber man verschenkt damit viel Geld, die einem für bis zu zwei Kurse erstattet werden und das ist eine Menge Holz, wenn ihr mich fragt! Dafür muss man aber auch vieles in Kauf nehmen je nach Krankenkasse.
Ich bin z. B. bei der TK, da läuft es so:

Man kann im Jahr höchstens 2 Kurse bezuschusst bekommen.

Für die Wahl der Kurse gibt es zudem Beschränkungen:

Die Kurse müssen jeweils aus zwei unterschiedlichen Feldern stammen (Bewegung, Entspannung, Raucherentwöhnung, Ernährung). 
Außerdem muss der Kurs zertifiziert sein, sprich in der Datenbank geprüfter Präventivveranstaltungen, sonst wird nichts gezahlt.

Zum Thema Kostenübernahme sieht es dann so aus:

Man zahlt erstmal selbst die Gebühren und lässt sich am Ende des Kurses die Teilnahme bestätigen. 
Erst wenn man mindestens 80% der Veranstaltungen besucht hat, erwirbt man den Anspruch auf Bezuschussung der Krankenkasse. In dem Fall ist dann mit bis zu 80% der Teilnahmekosten zu rechnen, maximal jedoch jeweils 75 Euro pro Kurs.

Ist also gar nicht so einfach, einen Kurs zu finden, der a) noch frei, b) halbwegs in der Nähe und c) in der TK-Datenbank ist. Kein Wunder also, dass ich Wochen (!) und gefühlte 1000 Telefonate gebraucht habe, um endlich einen Kurs zu finden, wo alles passt...

Da war ich dann gestern auch, nachdem ich letzte Woche leider nicht konnte wegen meiner Schnupferitis. Ich führ also gestern Abend zum Hebammenhaus in der Neustadt, gar nicht weit weg von da, wo ich mal gewohnt habe vor ein paar Jahren. Anfangs hatte ich Angst, ich finde des Haus nicht, weil es in irgendeinem kleinen Hinterhof liegtlaut googlemaps und dann kann in der Neustadt manchmal etwas heikel sein. Aber zum Glück war es ja ausgeschildert. Dann drinne hab ich mich erstmal durchgefragt bei der Kursleiterin, wie sie das so macht und so weiter. Die Dame war sehr nett und fröhlich, sehr dünn und von der typischen Yoga-Lehrer-Aura umgeben, was ich auch bei meinem früheren Yoga-Lehrer an der Uni sehr spannend fand. Die erste Stunde kann man sich bei ihr immer erstmal probeweise angucken und dann entscheidet man, ob man den Kurs machen möchte oder eben nicht.
Ich muss sagen, es war gut, dass ich schonmal Yoga gemacht habe, sonst hätte ich deutlich weniger mitmachen können, weil nicht alles bei zuhören und bei anderen abgucken so klar wird von den Bewegungabläufen. Aber da einige Positionen mit dann doch noch verdächtig bekannt vorkamen, klappte das meiste auf Anhieb.

Und wie unterscheidet sich nun das Schwangerenyoga vom normalen (Hartha-)yoga?

Prinzipiell ist es nicht viel anders. Natürlich kann halt man nicht alle Übungen machen, wenn man eine Kugel vorne dran hat, ist ja logisch, und die schnelleren, dynamischen Asanas/Postionen sind auch in Fullspeed einfach nicht drin. Man macht also stattdessen eine spezielle Auswahl an Bewegungsabläufen, die auch mit Murmel gehen, z. B. einen abgewandelten Sonnengruß, der unter anderem die Beckenbeweglichkeit fördert und weniger anstrengend ist. Erstaunlicherweise ist man aber selbst mit Bauch noch ziemlich beweglich, selbst wenn man sich manchmal fragt, wo die eigenen Füße gerade sind... ;-)
Man macht auch viel aus dem Vierfüßlerstand oder im Sitzen. Liegen kann man bei Entspannungsübungen auf dem Rücken, bei wem es noch geht, oder auf der Seite.
Anders als beim "normalen" Yoga ist das Kissen, das man bekommt, wie ein kleiner Mond geformt und mit Dinkelspelz gefüllt. Man kann es sich unter den Bauch legen, wenn man ihn stützen möchte oder in den Nacken, was bei der Tiefenentspannung sehr angenehm ist. Außerdem bekommt man auch auf Wunsch eine Decke, denn viele Bald-Mamis leiden schnell unter kalten Füßen und Händen. Das macht die Entspannungsphasen, die auch deutlich häufiger eingeschoben werden als im Yoga für Nicht-Schwangere, irgendwie ziemlich gemütlich.
Alles in allem ist so ein Kurs wirklich schön, denke ich. Natürlich kann ich das nach einer Sitzung noch nicht beurteilen, aber ich denke, ich bleibe dabei und hoffe, ich schaffe meine acht Sitzungen noch bevor das Baby da ist, damit sich auch meine Anfragen bei der Krankenkasse bezahlt machen, immerhin habe ich zigmal mit den netten Mitarbeitern von dort telefoniert :-)

Donnerstag, 16. September 2010

Wolkig, mit Aussicht auf Fleischbällchen

Ich sollte wirklich überlegen, ob ich nicht auf eine Review-Blog umsattle, so wie der gute Achi, immerhin schreibe ich in letzter Zeit echt viele Kritiken... hmmmm. Ja, die Kittys kommen echt ein wenig kurz im Moment - also nicht in echt, immerhin bin ich viel daheim, aber hier im Catlog *schandeaufmeinhaupt* Muss echt mal wieder bissel was Kätzisches posten... ich versprech's!

Nun zurück zur Review. Heute ein ganz süßer Animationsfilm aus dem vergangenen Jahr mit dem Titel "Wolkig, mit Aussicht auf Fleischbällchen", den es seit diesem Sommer auf DVD gibt.

Story:
Er basiert lose auf dem gleichnamigen, englischen Bilderbuch von Judi und Ron Barrett von 1982, entwickelt aber eine eigene, moderne Geschichte: Flint Lockwood lebt auf einer winzigen Insel im Atlantik, direkt unterhalb von da wo das "A" von  "Atlantik" auf der großen Weltkarte steht. Die Bevölkerung der einzigen darauf befindlichen Stadt lebt vom Sardinenfang bis die Welt feststellt, "dass Sardinen echt eklig" sind und damit die komplette Wirtschaft der Insel zum Erliegen kommt. Alle essen jeden Tag Sardinen und führen ein eher bescheidenes, tristes Leben. Nunja, Flint ist im Gegensatz zu den Leuten seiner Heimatstadt aber etwas anders gestrickt, denn sein Ziel ist es, Erfinder zu werden und damit allen auf der Insel zu helfen.
Nur hat das einen entscheidenden Nachteil: Alles, was er baut, geht schrecklich nach hinten los. Seine aufsprühbaren Schuhe ohne Schnürsenkel, die er bereits als Grundschüler entwickelt, lassen sich einfach nicht mehr ausziehen, sein laufender Fernseher, der zum Umschalten zum Zuschauer kommt, haut einfach ab und seine Rattenvögel sind nicht gerade hilfreiche Himmelsbewohner, welchem Zweck sie auch immer dienen sollten...
So kommt es, dass niemand den chaotischen Flint wirklich leiden kann. Die meisten halten ihn schlichtweg für einen Nerd. Nur seine Mutter versteht und ermutigt ihn, so dass er selbst nach ihrem Tod noch motiviert weiter tüftelt. Seine neuste Erfindung soll Wasser in beliebiges Essen umwandeln, doch leider reicht der Strom des heimischen Netzes nicht aus, um den Test zu beenden.
So schleicht sich der ambitionierte Flint heimlich zum Kraftwerk, obwohl er eigentlich im Sardinenladen seines Dads arbeiten müsste, während alle Bewohner der Stadt der Eröffnung eines zugegebenermaßen idiotischen Freizeitparks namens Sardine-Land beiwohnen. Natürlich geht alles schief und Flint schießt nicht nur sein Maschinchen mit großen Tamtam in den Himmel, sondern zerstört auch sämtliche Attraktionen des nur wenige Sekunden alten Spaßparks. Klar, dass alle sauer sind, einschließlich der Praktikantin des Wetterkanals, die auf die Insel gekommen war, um eigens über die Eröffnungsfeierlichkeiten zu berichten. Immerhin wurde sie bei dem Fauxpas medienwirksam gedemütigt (- sie kollidierte unschön mit der Kamera...).
Aber obwohl sie sauer ist, freundet sie sich mit Flint an und berichtet live, als sich das Blatt plötzlich wendet. Denn der Umwandler funktioniert und verwandelt das Wasser aus den Wolken in Cheeseburger. Die Sensation ist perfekt und Flint der neue Star der Insel. Mit ein paar Modifikationen schafft er es sogar, dass man sich Essen quasi "bestellen" kann über ein Terminal. Alle sind glücklich, weil sie keine Sardinen mehr essen müssen und wünschen sich Eis, Kuchen, Steaks, Nudeln, Toast, Käse, Wackelpudding... solange bis das ganze eskaliert und die Maschine außer Kontrolle gerät und Flint sich schleunigst was einfallen lassen muss, um die Welt vor den herab regnenden Riesenfressalien zu retten.


Zur Wertung:
Der Film ist liebevoll gemacht. Niedliche, stimmige Charaktere mit wirklich super ausgereifter Mimik und Gestik erobern das Herz der Zuschauer im Sturm. Natürlich kann man jeden einzelnen davon in eine Schublade stecken, wenn man das will, aber hey, der Film ist für Kinder, weshalb eine solche Charakterisierung der Figuren nachvollziehbar ist.
Trotzdem wirken Flint, sein Vater, die angehende Wetterfee Sam, der Bürgermeister der Stadt und all die anderen Akteure nicht wirklich stereotyp, sondern durchlaufen alle eine durchdachte, glaubhafte Entwicklung, was zum Transport der Filmmessage hervorragend beträgt. Und das ist ein wichtiger Knackpunkt, wie ich finde: Der Film HAT eine Message, was die meisten Animationsstreifen des 21. Jahrhundert nicht selten vermissen lassen oder nur rudimentär ausprägen. Und diese ist wirklich süß, wenn auch vorhersehbar. Ich finde das aber gut, denn im Grunde bekommt man mit "Wolkig, mit Aussicht auf Fleischbällchen" wirklich, was man sich wünscht, einen niedlichen, sehr lustigen, konsistenten Film für die ganze Familie, der seine Botschaft glaubhaft und für alle Alterstufen erkennbar an den Zuschauer bringt.


Fazit:
Spannung: 3,5/5
Story: 4,5/5 (für einen Kinderfilm durchaus komplex)
Charaktere: 5/5 (alle überzeugen, sind niedlich, lustig und sympathisch, außer der olle Bürgermeister, aber den soll man ja nicht wirklich mögen...)
Logik: 5/5
Stil: 3/5 (könnte sich mehr von Animationsfilmen der letzten Zeit abheben vielleicht)
Dialoge: 4,5/5 (Affen-Hirnwellen-Übersetzer for the win!)
Musik: 3,5/5 (eher dezent eingesetzt, nicht wirklich ein herausragendes Element, aber angemessen)
Emotionen: 5/5

GESAMT: 4/5

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