Samstag, 9. Oktober 2010

Fullmetal Alchemist (Brotherhood) oder Warum ich den verd****en Manga immer noch nicht gelesen habe...

Einige meiner Freunde werden wissen, dass ich wahnsinniger Fullmetal Alchemist Fan bin - bezogen auf die erste Animeserie, die ab 2003 produziert wurde. Diese orientiert sich - im Gegensatz zur Neuauflage des Animes Fullmetal Alchemist Brotherhood - nur grob an der Vorlage, dem Manga von Hiromu Arakawa, und verfolgt weitgehend eine eigene Storyline.
Über die neue Serie habe ich ja schon 2009 berichtet, falls sich der ein oder andere erinnern mag. Damals kam FMA Brotherhood nicht gerade gut weg in meiner Kritik, vor allem weil ich ein Remake nach so kurzer Zeit (nach nur knapp 6 Jahren!) einfach nicht verstehen konnte - zumal die erste TV-Serie zu recht zu den meist geliebtesten Animes der letzten Jahre weltweit zählt.
Außerdem hat zu meiner zugegebenermaßen einseitigen Bewertung auch der Fakt beigetragen, dass ich eben nur Fan des Animes bin, nicht aber des Mangas, den ich zugegebenermaßen immer noch nicht gelesen habe. Ich gestehe! Nunja... ich versuche das mal zu erklären:
Ich mag Mangas sehr, vor allem, wenn Stil und Story stimmen und die Verfügbarkeit der Bände auch gegeben ist. Zu dumm, dass ich zum ersten Mal mit FMA (Anime) in Berührung kam, als letzteres leider in Deutschland noch nicht der Fall war (weder in gedruckter noch in übersetzter digitaler Form).
Ich war damals, genauer gesagt 2004, auf der Connichi und schaute mir, obwohl ich das sonst nie mache, in einem der Videosäle ein paar Folgen der Serie an und war hin und weg.
Normalerweise kaufe ich mir bei Gefallen des Animes auch gerne mal die passende Vorlage, wenn oben genannte Kriterien stimmen. Da man sich ja über Zeichenstile durchaus streiten kann, beschränke ich mich hier mal auf den letzten Punkt, die Verfügbarkeit:
Den Manga gab es in Deutschland ab September 2006 zu kaufen (da hatte ich schon alle Folgen vom Anime gesehen btw...). Und zwar im Monatsturnus, was ich irgendwie als rezeptionsbehindernd empfinde, weil sich ja so ein Büchlein dank der Bilder in kürzester Zeit lesen lässt und man wissen will, wie's weitergeht. Außerdem kostet(e) ein Band des Mangas rund 8 Euro, womit er deutlich teurer ist als der Durchschnittsmanga in Deutschland zu dieser Zeit (ca. 5 Euro).
Erschwerend kommt noch hinzu, dass Arakawa ihre Reihe erst im Juni 2010, also dieses Jahr, abschloss. Das bedeutet, der Leser hatte schon zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung in deutschen Gefilden mit Wartezeiten zu rechnen, was die Erscheinung hier zu Lande anging. Ich spreche da aus Erfahrung. Sowas mag ich nicht wirklich, vor allem dann, wenn man das alles aufsummiert:
Der Manga hat in Japan 25 Sammelbände, von denen sind hier bis zu diesem Monat 20 auf Deutsch erschienen (ausländische Import zum Beispiel auf Englisch lohnen sich finanziell nicht, deshalb beschränke ich mich hier mal auf die bei Panini publizierten, im normalen deutschen Buchhandel verfügbaren Hefte). Das heißt man hätte inzwischen seit 2006 für vier fünftel der Story ganze 160 Euro ausgeben müssen - verteilt auf vier lange Jahre. VIER!
Und um jetzt doch mal auf den Stil zu sprechen zu kommen, muss ich sagen: Meine Begeisterung hält sich in Grenzen, besonders was die farbigen Anteile des Mangas angeht. Ich ja nicht die Augen zu gemacht und den Manga völlig ignoriert, nicht dass das hier jemand denkt, aber er spricht mich halt nicht ganz so an. Das ist auch der Fall, weil ich ja interessehalber mal den Storyüberblick zum Manga in der Wikipedia gelesen habe, einfach um zu evaluieren, ob sich das Lesen der vielen Hefte (und damit eventuell auch Brotherhood) überhaupt lohnt. - Zumal ich mit dem ersten Anime so enorm happy und zufrieden bin.
So... nun habe ich mal wieder viel zu weit ausgeholt, weiter als ich eigentlich wollte :-(
Was wollte ich eigentlich nochmal schreiben? Ach ja, ich erinnere mich, es ging um Brotherhood, also quasi FMA2...
Ich habe mir nämlich nun endlich ein paar Folgen davon ansehen können, genauer gesagt sind es drei, über die ich mein erstes Fazit loswerden möchte.

Zunächst kurz zur Story:

In der ersten Episode, die nebenbei auch nichts mit dem Manga zu tun hat, geht es um die Jagd nach einem auf Wasser spezialisierten Alchemisten, zu der die Elric-Brüder hinzugezogen werden. Ihr Anteil am Geschehen fällt dabei doch eher marginal aus. Die Folge ist also mehr oder minder ein klassischer Füller, der nebenbei noch ein paar Charaktere präsentiert (einführen kann man das wohl kaum nennen): Roy Mustang, King Bradley, Meas Hughes und Alex Louis Armstrong tauchen zum Beispiel auf, wobei Es und Al nur Hughes vor nicht gekannt zu haben scheinen und ihn zum ersten Mal treffen.

Folge zwei widmet sich der Hintergrundgeschichte der Brüder und schildert, wie sie ihre Mutter verloren, bei ihrer Transmutation Körper und Gliedmaßen verlieren und schließlich wie Edward zum Staatsalchemisten wird  - alles in einem Aufwasch.

Teil drei handelt von der Niederschlagung eines Kultes um den Priesters Cornello in der Stadt Riole. Zum zweiten Mal werden hier auch Lust und Gluttony kurz gezeigt, die schon in Folge eins einen klitzekleinen Gastauftritt bekommen hatten.

Falls sich jetzt jemand wundert, warum ich die Inhalte der Episoden so gerafft darstelle, dem sei an dieser Stelle gesagt, dass ich das gar nicht mache. Es passiert wirklich kaum mehr als das von mir Zusammengefasste. Leider. Meiner Meinung nach, hätte man Teil eins echt weglassen und dafür der Geschichte aus der folgenden Episode etwas mehr Aufmerksamkeit widmen können, die mehr oder weniger runter gerissen wird, abgesehen von Edwards Erlebnissen während der Transmutation seiner Mutter. Deren Tod ist Folge einer unspektakulär am Rande erwähnten Epidemie, auch die nicht näher eingegangen wird, wie auch auf die Mutter der Elrics selbst. Auch über Winry erfährt man fast nichts, geschweige denn über ihre Beziehung zu den Brüdern.
Auch die dritte Episode ist nicht viel besser. Sie handelt den Fall Cornellos im Eiltempo ab und reitet ziemlich auf dem üblichen Missverständnis herum, Al sei der Fullmetal Alchemist statt Ed - zu oft für meinen Geschmack, um ehrlich zu sein.
Naja, hoffen wir, dass sich für andere Phasen der Story dafür mehr Zeit genommen wird.

Zum Stil:

Der Stil ist der ersten Serie recht ähnlich. Allerdings wird bei Brotherhood auch ab und an mit farbigen Umrisslinien gearbeitet, was nicht übel aussieht, aber nicht von größerer Signifikanz ist. Zum Teil sackt leider die generelle Zeichenqualität zwischendurch mal ein wenig ab, was aber in allen Animes vorkommen kann. Das würde ich jetzt eher nicht als Manko verbuchen, sondern als typisch für das Medium.
Was ich nicht so mag, ist der Wechsel vom realistischen Stil in den vereinfachten Stil an merkwürdigen Stellen. Zum Beispiel wirkt es meiner Meinung nach unangebracht, wenn Ed und Al als wobbelnde Knubbelfiguren vor Cornello fliehen und das nicht nur für ein paar Sekunden... Wenn Ed sich aufregt, dann passt das schon eher, aber in einem Kampf?
Gut finde ich hingegen, wie mit Detailkontrasten gearbeitet wird: Blindflächen werden zur Untermalung der Mimik und Gestik kultiviert (leere Augen, spiegelnde Brillengläser) und Schattenflächen werden als Stilmittel eingesetzt, indem dunkle Bereiche weniger bis keine Detailtiefe aufweisen (nicht durchgängig selbstverständlich, sondern an passender Stelle).
Allgemein empfinde ich die Darstellung von Gestik und Mimik der Charaktere durchaus gelungen, wobei mir Witz und Esprit vieler Figuren jedoch fehlen: Hughes ist gemäßigter, Mustang wirkt weniger machohaft kaltschnäuzig, sondern eher professionell neutral, Hawkeye ist ganz gut getroffen, scheint aber weniger entschlossen und taff... und Ed fehlen (noch?) diese Momente spiegelklarer Überlegenheit, in denen er beweist, nicht nur alchemistisch ganz gut dabei zu sein *seufz*. Immerhin macht King Bradley sogar mal sein Auge auf, eine schöne akzentuierende Geste. Naja, zugegeben, es waren erst 3 Folgen, da wird sicher hoffentlich noch was kommen in Sachen Charakterentwicklung. meine Vermutung ist ja die folgende:
Wahrscheinlich möchte man sich mit Brotherhood irgendwo doch von der ersten Adaption von FMA distanzieren, kann aber wichtige, weitgehend identische Passagen nicht einfach weglassen. Also konzentriert man sich im Grunde erstmal darauf, diesen Handlungsabschnitt kurz und bündig  zu umreißen, um dann so Raum für "die eigentliche Geschichte" zu haben und endlich das zeigen zu können, was der Manga an Story vorgibt und in der ersten Serie nicht vorkam wegen ihres eigenen, abweichenden Skripts. Zwar kann ich nach drei Folgen wirklich noch nicht sagen, ob das so ist, aber die Annahme drängt sich im Grunde auf, so rasant man durch die Ereignisse fegt. Mir würde ein langsameres Erzähltempo mehr zusagen, vor allem damit die einzelnen, immens wichtigen Abschnitte etwas liebvoller rüberkommen können, was so einfach untergeht.

Zur Synchro:


Dazu kann ich wenig sagen, da japanische Synchronisationen meistens qualitativ unschlagbar sind. So ist das auch mit Brotherhood: Die Stimmen passen, wenngleich sie auch abweichen von der ersten Serie. Zumindest Eds und Als Sprecherinnen scheinen aber die gleichen geblieben zu sein (was ich nicht 100% sagen kann, weil ich für Brotherhood keine Liste finden konnte).

Zur Wertung:

Sorry, aber eine Bewertung kann ich nach drei Folgen echt noch nicht loswerden, das wäre zu zeitig, besonders weil die Serie ja ganze 64 Folgen (plus 4 OVAs) hat. Natürlich werde ich zu gegebener Zeit ein Gesamtfazit nachholen, sofern ich irgendwie in den Genuss aller Episoden kommen kann. :-)

TBC

Mittwoch, 29. September 2010

Schwangerenyoga und der laaaaaange Weg dorthin...

Wenn man in dieser Stadt während der Schwangerschaft Sport machen will, ist das leider schwieriger als gedacht!
Zwar sprießen an allen Straßenecken Hebammenpraxen wie Pilze aus dem Boden und auch Physiotherapeuten, Sport- und Familienzentren sind omnipräsent vertreten am Platz, aber es scheint einfach zu viele Schwangere in Dresden zu geben. Die Angebote eben dieser Institutionen würden sonst ja wohl ausreichen, dass alle sportwilligen Bald-Mamis in irgendwelchen Kursen unterkommen.
Aber nein, das wäre ja zu einfach! Ruft man irgendwo an, dann heißt es oft: "Wir haben gerade den letzten Platz vergeben!" oder "Alle laufenden Kurse sind leider voll und neue Kurse gibt es erst wieder im November..." oder "Der Kurs wurde abgesagt, weil blablabla".
Das ist echt eine äußerst frustrierenden Sache, besonders wenn man dann noch den Faktor Krankenkasse berücksichtigen möchte. Ich meine, man kann auch drauf pfeifen, dass die einem Zuschüssen zu bestimmten Maßnahmen geben müssen und den Kurs vollständig selber zahlen, dann ist es leichter, irgendwo unterzukommen, aber man verschenkt damit viel Geld, die einem für bis zu zwei Kurse erstattet werden und das ist eine Menge Holz, wenn ihr mich fragt! Dafür muss man aber auch vieles in Kauf nehmen je nach Krankenkasse.
Ich bin z. B. bei der TK, da läuft es so:

Man kann im Jahr höchstens 2 Kurse bezuschusst bekommen.

Für die Wahl der Kurse gibt es zudem Beschränkungen:

Die Kurse müssen jeweils aus zwei unterschiedlichen Feldern stammen (Bewegung, Entspannung, Raucherentwöhnung, Ernährung). 
Außerdem muss der Kurs zertifiziert sein, sprich in der Datenbank geprüfter Präventivveranstaltungen, sonst wird nichts gezahlt.

Zum Thema Kostenübernahme sieht es dann so aus:

Man zahlt erstmal selbst die Gebühren und lässt sich am Ende des Kurses die Teilnahme bestätigen. 
Erst wenn man mindestens 80% der Veranstaltungen besucht hat, erwirbt man den Anspruch auf Bezuschussung der Krankenkasse. In dem Fall ist dann mit bis zu 80% der Teilnahmekosten zu rechnen, maximal jedoch jeweils 75 Euro pro Kurs.

Ist also gar nicht so einfach, einen Kurs zu finden, der a) noch frei, b) halbwegs in der Nähe und c) in der TK-Datenbank ist. Kein Wunder also, dass ich Wochen (!) und gefühlte 1000 Telefonate gebraucht habe, um endlich einen Kurs zu finden, wo alles passt...

Da war ich dann gestern auch, nachdem ich letzte Woche leider nicht konnte wegen meiner Schnupferitis. Ich führ also gestern Abend zum Hebammenhaus in der Neustadt, gar nicht weit weg von da, wo ich mal gewohnt habe vor ein paar Jahren. Anfangs hatte ich Angst, ich finde des Haus nicht, weil es in irgendeinem kleinen Hinterhof liegtlaut googlemaps und dann kann in der Neustadt manchmal etwas heikel sein. Aber zum Glück war es ja ausgeschildert. Dann drinne hab ich mich erstmal durchgefragt bei der Kursleiterin, wie sie das so macht und so weiter. Die Dame war sehr nett und fröhlich, sehr dünn und von der typischen Yoga-Lehrer-Aura umgeben, was ich auch bei meinem früheren Yoga-Lehrer an der Uni sehr spannend fand. Die erste Stunde kann man sich bei ihr immer erstmal probeweise angucken und dann entscheidet man, ob man den Kurs machen möchte oder eben nicht.
Ich muss sagen, es war gut, dass ich schonmal Yoga gemacht habe, sonst hätte ich deutlich weniger mitmachen können, weil nicht alles bei zuhören und bei anderen abgucken so klar wird von den Bewegungabläufen. Aber da einige Positionen mit dann doch noch verdächtig bekannt vorkamen, klappte das meiste auf Anhieb.

Und wie unterscheidet sich nun das Schwangerenyoga vom normalen (Hartha-)yoga?

Prinzipiell ist es nicht viel anders. Natürlich kann halt man nicht alle Übungen machen, wenn man eine Kugel vorne dran hat, ist ja logisch, und die schnelleren, dynamischen Asanas/Postionen sind auch in Fullspeed einfach nicht drin. Man macht also stattdessen eine spezielle Auswahl an Bewegungsabläufen, die auch mit Murmel gehen, z. B. einen abgewandelten Sonnengruß, der unter anderem die Beckenbeweglichkeit fördert und weniger anstrengend ist. Erstaunlicherweise ist man aber selbst mit Bauch noch ziemlich beweglich, selbst wenn man sich manchmal fragt, wo die eigenen Füße gerade sind... ;-)
Man macht auch viel aus dem Vierfüßlerstand oder im Sitzen. Liegen kann man bei Entspannungsübungen auf dem Rücken, bei wem es noch geht, oder auf der Seite.
Anders als beim "normalen" Yoga ist das Kissen, das man bekommt, wie ein kleiner Mond geformt und mit Dinkelspelz gefüllt. Man kann es sich unter den Bauch legen, wenn man ihn stützen möchte oder in den Nacken, was bei der Tiefenentspannung sehr angenehm ist. Außerdem bekommt man auch auf Wunsch eine Decke, denn viele Bald-Mamis leiden schnell unter kalten Füßen und Händen. Das macht die Entspannungsphasen, die auch deutlich häufiger eingeschoben werden als im Yoga für Nicht-Schwangere, irgendwie ziemlich gemütlich.
Alles in allem ist so ein Kurs wirklich schön, denke ich. Natürlich kann ich das nach einer Sitzung noch nicht beurteilen, aber ich denke, ich bleibe dabei und hoffe, ich schaffe meine acht Sitzungen noch bevor das Baby da ist, damit sich auch meine Anfragen bei der Krankenkasse bezahlt machen, immerhin habe ich zigmal mit den netten Mitarbeitern von dort telefoniert :-)

Donnerstag, 16. September 2010

Wolkig, mit Aussicht auf Fleischbällchen

Ich sollte wirklich überlegen, ob ich nicht auf eine Review-Blog umsattle, so wie der gute Achi, immerhin schreibe ich in letzter Zeit echt viele Kritiken... hmmmm. Ja, die Kittys kommen echt ein wenig kurz im Moment - also nicht in echt, immerhin bin ich viel daheim, aber hier im Catlog *schandeaufmeinhaupt* Muss echt mal wieder bissel was Kätzisches posten... ich versprech's!

Nun zurück zur Review. Heute ein ganz süßer Animationsfilm aus dem vergangenen Jahr mit dem Titel "Wolkig, mit Aussicht auf Fleischbällchen", den es seit diesem Sommer auf DVD gibt.

Story:
Er basiert lose auf dem gleichnamigen, englischen Bilderbuch von Judi und Ron Barrett von 1982, entwickelt aber eine eigene, moderne Geschichte: Flint Lockwood lebt auf einer winzigen Insel im Atlantik, direkt unterhalb von da wo das "A" von  "Atlantik" auf der großen Weltkarte steht. Die Bevölkerung der einzigen darauf befindlichen Stadt lebt vom Sardinenfang bis die Welt feststellt, "dass Sardinen echt eklig" sind und damit die komplette Wirtschaft der Insel zum Erliegen kommt. Alle essen jeden Tag Sardinen und führen ein eher bescheidenes, tristes Leben. Nunja, Flint ist im Gegensatz zu den Leuten seiner Heimatstadt aber etwas anders gestrickt, denn sein Ziel ist es, Erfinder zu werden und damit allen auf der Insel zu helfen.
Nur hat das einen entscheidenden Nachteil: Alles, was er baut, geht schrecklich nach hinten los. Seine aufsprühbaren Schuhe ohne Schnürsenkel, die er bereits als Grundschüler entwickelt, lassen sich einfach nicht mehr ausziehen, sein laufender Fernseher, der zum Umschalten zum Zuschauer kommt, haut einfach ab und seine Rattenvögel sind nicht gerade hilfreiche Himmelsbewohner, welchem Zweck sie auch immer dienen sollten...
So kommt es, dass niemand den chaotischen Flint wirklich leiden kann. Die meisten halten ihn schlichtweg für einen Nerd. Nur seine Mutter versteht und ermutigt ihn, so dass er selbst nach ihrem Tod noch motiviert weiter tüftelt. Seine neuste Erfindung soll Wasser in beliebiges Essen umwandeln, doch leider reicht der Strom des heimischen Netzes nicht aus, um den Test zu beenden.
So schleicht sich der ambitionierte Flint heimlich zum Kraftwerk, obwohl er eigentlich im Sardinenladen seines Dads arbeiten müsste, während alle Bewohner der Stadt der Eröffnung eines zugegebenermaßen idiotischen Freizeitparks namens Sardine-Land beiwohnen. Natürlich geht alles schief und Flint schießt nicht nur sein Maschinchen mit großen Tamtam in den Himmel, sondern zerstört auch sämtliche Attraktionen des nur wenige Sekunden alten Spaßparks. Klar, dass alle sauer sind, einschließlich der Praktikantin des Wetterkanals, die auf die Insel gekommen war, um eigens über die Eröffnungsfeierlichkeiten zu berichten. Immerhin wurde sie bei dem Fauxpas medienwirksam gedemütigt (- sie kollidierte unschön mit der Kamera...).
Aber obwohl sie sauer ist, freundet sie sich mit Flint an und berichtet live, als sich das Blatt plötzlich wendet. Denn der Umwandler funktioniert und verwandelt das Wasser aus den Wolken in Cheeseburger. Die Sensation ist perfekt und Flint der neue Star der Insel. Mit ein paar Modifikationen schafft er es sogar, dass man sich Essen quasi "bestellen" kann über ein Terminal. Alle sind glücklich, weil sie keine Sardinen mehr essen müssen und wünschen sich Eis, Kuchen, Steaks, Nudeln, Toast, Käse, Wackelpudding... solange bis das ganze eskaliert und die Maschine außer Kontrolle gerät und Flint sich schleunigst was einfallen lassen muss, um die Welt vor den herab regnenden Riesenfressalien zu retten.


Zur Wertung:
Der Film ist liebevoll gemacht. Niedliche, stimmige Charaktere mit wirklich super ausgereifter Mimik und Gestik erobern das Herz der Zuschauer im Sturm. Natürlich kann man jeden einzelnen davon in eine Schublade stecken, wenn man das will, aber hey, der Film ist für Kinder, weshalb eine solche Charakterisierung der Figuren nachvollziehbar ist.
Trotzdem wirken Flint, sein Vater, die angehende Wetterfee Sam, der Bürgermeister der Stadt und all die anderen Akteure nicht wirklich stereotyp, sondern durchlaufen alle eine durchdachte, glaubhafte Entwicklung, was zum Transport der Filmmessage hervorragend beträgt. Und das ist ein wichtiger Knackpunkt, wie ich finde: Der Film HAT eine Message, was die meisten Animationsstreifen des 21. Jahrhundert nicht selten vermissen lassen oder nur rudimentär ausprägen. Und diese ist wirklich süß, wenn auch vorhersehbar. Ich finde das aber gut, denn im Grunde bekommt man mit "Wolkig, mit Aussicht auf Fleischbällchen" wirklich, was man sich wünscht, einen niedlichen, sehr lustigen, konsistenten Film für die ganze Familie, der seine Botschaft glaubhaft und für alle Alterstufen erkennbar an den Zuschauer bringt.


Fazit:
Spannung: 3,5/5
Story: 4,5/5 (für einen Kinderfilm durchaus komplex)
Charaktere: 5/5 (alle überzeugen, sind niedlich, lustig und sympathisch, außer der olle Bürgermeister, aber den soll man ja nicht wirklich mögen...)
Logik: 5/5
Stil: 3/5 (könnte sich mehr von Animationsfilmen der letzten Zeit abheben vielleicht)
Dialoge: 4,5/5 (Affen-Hirnwellen-Übersetzer for the win!)
Musik: 3,5/5 (eher dezent eingesetzt, nicht wirklich ein herausragendes Element, aber angemessen)
Emotionen: 5/5

GESAMT: 4/5

Mittwoch, 15. September 2010

Niedliche Gaben

Natürlich kann ich hier nicht über alle Geschenke bloggen, die wir für unser Baby bekommen, aber ein paar Stücke sind ganz besonders süß.
Das kleine Set kam ein paar Tage nach unserer Hochzeit in ner niedlichen, kleinen Box mit Sonnen, Bienen, Schmetterlingen etc. drauf bei uns an.






Es wurde von der Mama einer gaaaaanz, gaaaaanz lieben Freundin gestrickt. Und obwohl sie eigentlich noch gar nicht wusste, dass wir ein Mädel kriegen, passt es doch vorzüglich zu einer kleinen Püppi, oder?
Meine Freundin meinte nach Erhalt der Hochzeitseinladung: "Ihr scheint lila ja irgendwie sehr zu mögen..." XD
Deshalb hat ihre Mama wohl auch in weiß und violett gestrickt. Sieht super süß aus und wird definitv im Winter viel getragen werden, das Baby soll's ja kuschelig haben.

Vielen Dank nochmal, ihr beiden Weiber in Augsburg ;-) Hab' euch lieb!

Und auch an alle anderen geht unser Dank, von denen wir schon was geschenkt bekommen haben oder die uns in naher Zukunft Sachen oder Zeug für unser Baby schenken, leihen oder vererben werden!

Kleine Geschenke...

Vor kurzem hatten wir einen ganz lieben Freund da, einen netten Kerl aus Holland, den wir schon seit gut 3 Jahren kennen und den wir auch schonmal in seiner Heimat besuchen durften.
Er war nun schon zum zweiten Mal hier in Dresden. Allerdings hatte er damals ne schlimme Magenverstimmung und hat mit uns im selben Raum pennen müssen - ging ja nicht anders bei ner Einraum-Sardinenbüchse. Also war der ersten Besuch nicht ganz so entspannt, wie er hätte sein sollen, wie man sich ja denken kann.
Diesmal lief alles zum Glück besser: Keine Magenprobleme, neue Wohnung mit Gästezimmer, viel deutsches Bier... und nur ein Konkurrenztrinker ;-)
Jedenfalls brachte uns unser Kumpel auch Geschenke aus Holland mit: Einen Kasten holländisches und belgisches Bier für meinen holden Gatten und für mich gab's Kindersekt (Apfelsaft mit Sprudel in einer Sektflasche mit richtigem Korken, heißt auf Niederländisch übrigens Bubbelsap, was ich echt niedlich finde) und für unser Krümelchen gab's auch was, aber da muss sie noch reinwachsen:


Montag, 13. September 2010

Kunststoff

Hier ein niedlicher Film über Kunststoff, gefunden durch Niob, der mir immer lustige oder Interessante Links schickt. Guckt ihn euch an, der ist sehr niedlich gemacht :-)

Mittwoch, 25. August 2010

Inception

Wir waren gestern im Kino und haben und uns die Spätvorstellung von Inception (zu deutsch "Beginn") gegönnt, dem neuen Streifen von Christopher Nolan, der schon andere durchaus sehenswerte Werke wie die beiden neuen Batman-Movies und den weniger bekannten Film Prestige zu verbuchen hat.
Nunja, da die Kritiken für den Film, die ich in letzter Zeit rezipiert habe, bisher alle vielversprechend waren, besonders im Bereich Musik, für die kein geringerer als Hans Zimmer verantwortlich ist, eine weltbekannte Größe unter den Komponisten der Filmindustrie, war die Erwartungshaltung auch entsprechend hoch - natürlich...

Hier zunächst ein Überblick über den Plot von Inception:
Mit Hilfe einer vom Militär entwickelten Technologie ist es möglich geworden, Träume zu teilen. Dies kann bewusst und freiwillig geschehen oder aber man macht es wie Dominic "Dom" Cobb, welcher in die Träume anderer Menschen einbricht, um ihnen ihre Geheimnisse zu stehlen.
Die Arbeit als so genannter Extractor ist jedoch gefährlich - in vielerlei Hinsicht:
Nicht nur, dass man bei eventuellem Versagen mal eben seine ultra-einflussreichen Auftraggeber (z. B. internationale Großkonzerne, die einen für Industriespionage engagieren) gegen sich aufbringen kann oder dass trainierte Träumer einem im Traum Schmerzen übelster Sorte verpassen können, weil sie "Security" im Unterbewusstsein haben oder dass man die natürliche Fähigkeit zu träumen verliert, nein, am schlimmsten ist es, wenn man sich selbst verliert in seinen Träumen, aufhört Realität und Kopfkino zu unterscheiden... Dann wird es richtig mies. Und Dom Cobb, nunja, er schafft das alles mit Bravour!
Er ist kein Held, sondern ein von Schuldgefühlen zerfressener Krimineller. Dabei leiten ihn weder niedere Motive oder der pure Spaß am Gedankendiebstahl,  sondern der Wunsch, seine Kinder wiederzusehen. Seitdem man Dom nämlich den Mord an seiner Frau Mal zur Last legt, darf dieser nicht mehr in die USA einreisen, weil er sonst sofort der Gerichtsbarkeit ausgeliefert wäre und ins Kittchen wandern würde. Also arbeitet er notgedrungen als Extractor, wobei ihm die Projektion seiner Frau immer wieder begegnet und seine Aufträge sabotiert. So geschieht es auch als er den Japaner Saito bespitzelt, dass sie ihm ordentlich dazwischenfunkt und der Auftrag misslingt.
Doch statt Cobb in der Realität töten zu lassen, beauftragt der schwerbeindruckte Großindustrielle den Extractor für ihn etwas zu versuchen, was angeblich unmöglich ist, eine Inception.
Dabei handelt es sich um die Einpflanzung einer Idee, eines Gedankens, welchen das Subjekt als einen eigenen annimmt und entsprechend danach handelt.
Saito möchte genauer gesagt, dass Dom in den Traum von Robert Fisher Jr., dem Sohn des einflussreichsten Energiemagnaten der Welt, eindringt und diesem suggeriert, er solle das Imperium seines Vater, welches er in Kürze erben wird, zerschlagen.
Angeblich ist bisher niemandem ein solch extrem riskantes Unterfangen gelungen, zum einen weil man dazu extrem tief in die Traumebenen des Subjekts eindringen muss, was nicht ohne starke Sedation funktioniert, und zum anderen, weil das Subjekt entweder merkt, dass es träumt und vor der Platzierung der Idee aufwacht, oder den Fremdgedanken schlichtweg nicht annimmt.
Cobb nimmt an, da ihm Saito verspricht, seine Beziehungen zu nutzen und den verzweifelten Familienvater wieder mit seinen Kindern zu vereinen und die Strafverfolgung gegen ihn aufzuheben.
Cobb stellt sich daraufhin ein Team zusammen und wagt den Versuch einer Inception, bei dem er selbst zu seinem größten Feind wird, genauer gesagt sein Unterbewusstsein und seine Erinnerungen an seine tote Frau Mal.
Natürlich geht alles schief, was schief gehen kann und am Ende weiß man als Zuschauer selbst nicht mehr, was Traum und was Realität ist.

Nun zur Wertung:
Der sehr lange Film (148 Minuten) ist künstlerisch und storytechnisch so gut gemacht, so dass einem seine Spieldauer als Zuschauer kaum auffallen dürfte. Die Handlung ist dicht und komplex, besonders durch Traum-im-Traum-Verschachtelungen, die einen nicht selten zugleich verblüffen und verwirren sowie das ein oder andere Aha-Erlebnis hervorrufen. Gerade die Eindringlichkeit vieler surrealer Bilder und Stimmungen reißt mit und fasziniert. Das Konzept des Traumdiebstahls ist zudem innovativ und komplex in seiner Darstellung, wird aber nach und nach in den verschiedenen Phasen der Story recht klar erläutert. Leider bricht dieses im Laufe des Films ein ganz klein Wenig ein und zeigt hier und da kleine Inkonsistenzen, was aber durchaus verschmerzbar ist und der Logik des Films keinen Abbruch tut. Außerdem wäre ohne sie eine konsistente Handlung insgesamt gar nicht machbar. Man merkt diese geringfügig gedehnte Auslegung der selbst etablierten Konzepte eh nur, wenn man ganz genau hinschaut, also...
Die Figuren sind durchweg gelungen, nerven zu keinen Zeitpunkt. Ihre Facetten sind vielfältig und in der Regel tiefgründig, wobei sich Nolan vor allem auf Cobb konzentriert und alle anderen Personen geschickt um ihn herum arrangiert. Er nimmt sich viel Zeit, um Gefühle und Gedanken seiner Charaktere zu entwickeln, weshalb sie äußerst echt und glaubhaft in ihrer Wirkung erscheinen. Keine Spur von aufgesetztem, überzogenem Hollywood-Tamtam, sondern nachvollziehbare Motive und Emotionen dominieren.
Zu Musik und Stil bleibt wenig zu sagen: Gelungen und eindrucksvoll!


Spannung: 4,5/5
Story: 4/5 (Mir hat minimal ein wenig Biss und Prägnanz gefehlt, die man mit einer weiteren Wendung hätte gut erzeugen können (meiner Meinung nach), ich vermute man hat aber aus verschiedenen Gründen darauf verzichtet, wahrscheinlich zugunsten des krassen Endes...)
Charaktere: 5/5 (Alle überzeugen, wobei Ariadne etwas zu schlau und einfühlsam ist für einen "normalen" Menschen...)
Logik: 4,5/5 (Die Zeitdehnung im Traum - ein dehnbares Konzept ;-))
Stil: 5/5
Dialoge: 4,5/5 (z. T. fast schon episch)
Musik: 5/5 (trotz wunderbarer Tiefe und Imposanz, nie aufdringlich, sondern immer angemessen)
Emotionen: 4,5/5 (mitreißend!)

GESAMT:  4,5/5

Inception - ein Film den man mehr als ein Mal gucken sollte, um ihn zu erfassen...

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